"Nicht so frei und unabhängig": Günther Jauch knöpft sich ARD und ZDF vor

Berlin - Günther Jauch (62) ist einer der erfolgreichsten Moderatoren im deutschen TV – sowohl im Öffentlichen-Rechtlichen als auch im privaten Fernsehen. Nun kritisiert der Medienprofi ARD und ZDF heftig.

Günther Jauch, TV-Moderator, bei der Verleihung des 8. Deutschen Radiopreises in der Elbphilharmonie. (Archivbild)
Günther Jauch, TV-Moderator, bei der Verleihung des 8. Deutschen Radiopreises in der Elbphilharmonie. (Archivbild)  © dpa/Daniel Reinhardt

Nach verschiedenen Stationen bei ARD und ZDF, wechselte der Journalist 1990 zu RTL. Dort moderierte Jauch 21 Jahre die Sendung "Stern TV“. Seit 1999 moderiert er auf RTL "Wer wird Millionär?".

Im Jahr 2011 übernahm er am Sonntagabend einen der begehrtesten Sendeplätze der ARD und sprach nach dem Tatort Gespräche über das politische Weltgeschehen. 2015 hörte der TV-Moderator mit dem Format aber auf.

Nun, vier Jahre später, übt Jauch im Gespräch mit Reporterfabrik heftige Kritik am öffentlich-rechtlichen Fernsehen. "Private und berufliche Gründe" wären damals der Auslöser gewesen, das Handtuch zu schmeißen.

"In meinem speziellen Fall war es einfach so: Ich bin, gerade wenn ich journalistisch tätig bin, gerne unabhängig. Mit der Unabhängigkeit war es irgendwann schwierig", betonte der TV-Gigant.

 Günther Jauch, Fernsehmoderator und Entertainer, steht bei der Eröffnung der wiederhergestellten Neptungrotte im Park Sanssouci.
Günther Jauch, Fernsehmoderator und Entertainer, steht bei der Eröffnung der wiederhergestellten Neptungrotte im Park Sanssouci.  © dpa/Jens Kalaene

Der 62-Jährige erklärte, warum die Unabhängigkeit sich so schwierig gestaltete:

"Sie schauen zuweilen ängstlich nach links und rechts, sie haben Rundfunkräte, Verwaltungsräte, politische Parteien, manchmal eine Schere, die sich selbst im Kopf zusammengebastelt haben."

Weiter ließ Jauch wissen: "Sie haben – wie überall sonst auch – Karrieristen, die zusehen, wie sie sich verhalten, damit sie in zwei Jahren diesen oder jenen Job bekommen."

Jauchs Fazit fällt daher eindeutig aus: "Sie sind nicht so frei und unabhängig, wie man sie sich von der Konstruktion her vorstellen könnte." Was wohl sein Ex-Arbeitgeber ARD von dieser Medienschelte hält?

Titelfoto: dpa/Daniel Reinhardt

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