Aufgeflogen! Team Wallraff undercover in Psychiatrien

Köln - Überfordertes Personal, Patienten, die zur Strafe auf dem Flur schlafen müssen und Medikamente, die ohne Einwilligung verabreicht werden - die Reporter von "Team Wallraff - Reporter undercover" sind bei ihren Recherchen in deutschen Psychiatrien nach eigenen Angaben auf menschenverachtende Zustände gestoßen. Die Ausstrahlung der Sendung wurde versucht zu unterbinden.

Reporter-Ikone Günter Wallraff.
Reporter-Ikone Günter Wallraff.  © TVNow

"Nie zuvor wurde die Redaktion im Vorfeld einer Sendung mit so vielen Abmahnungen und anderen juristischen Androhungen überzogen, um die Ausstrahlung der Reportage zu verhindern - auch weil einer der Undercover-Reporter aufgeflogen ist", heißt es seitens RTL.

Doch Journalist und Reporter-Ikone Günter Wallraff lässt sich davon nicht abschrecken. "Es ist bisher noch nie in dieser Massivität versucht worden, die Sendung im vorhinein zu verhindern. Aber wir senden – jetzt erst recht", so der 76-Jährige kurz vor der Sendung via Facebook.

Seit Jahren nehmen psychische Erkrankungen zu, so RTL. Sie seien mittlerweile die zweithäufigste Ursache für Krankschreibungen.

Mehr als 800.000 lassen sich jährlich stationär in einer psychiatrischen Klinik behandeln. Grund genug, Betroffenen bestmöglich zu helfen. Und das ist auch der Grund für das Wallraff-Team, die Bedingungen vor Ort und undercover zu überprüfen.

Bei ihren Recherchen sind die Reporter von Team Wallraff allerdings nach eigenen Angaben auf untragbare Zustände gestoßen und sogar aufgeflogen. Ein Reporter wurde laut RTL bei Dreharbeiten erwischt und verwiesen. Die Sendung läuft um 20.15 Uhr auf RTL.

Eine Szene aus der Reportage.
Eine Szene aus der Reportage.  © TVNow
Viele Menschen in Deutschland leiden unter Depression und viele davon lassen sich stationär behandeln.
Viele Menschen in Deutschland leiden unter Depression und viele davon lassen sich stationär behandeln.  © TVNow

Titelfoto: TVNow

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