Terror-Angst! Fitness-Studio will nur noch deutsche Mitglieder

So reagierte das Fitness-Studio nach dem Anti-Terroreinsatz.
So reagierte das Fitness-Studio nach dem Anti-Terroreinsatz.

Güstrow - Am Mittwoch durchsuchte das SEK stundenlang mehrere Wohnungen im mecklenburgischen Güstrow. Drei Männer wurden daraufhin festgenommen: Terrorverdacht! Einer von ihnen trainierte in einem Fitness-Studio. Das reagierte sofort.

Denn "aufgrund jüngster Ereignisse (Terrorverdacht + Festnahmen) & zum Schutz unserer Mitglieder", wie es auf einem großen Aushang am Eingang des Studios in der 30.500-Einwohner-Stadt heißt, verzichtet man ab "SOFORT" auf Mitglieder, die einen Migrationshintergrund haben.

Keine Ausländer mehr wegen eines Terrorverdächtigen? Ein Bild des handgeschriebenen Plakats landete natürlich sofort im Netz und löste eine Welle der Empörung aus. Zumal nach Angaben der Rostocker Polizei auch ein Deutscher unter den Festgenommenen ist, wie die SVZ berichtet.

Viele können nicht glauben, dass diese Maßnahme wirklich echt ist. Eine Sprecherin des Franchise-Unternehmens "EasyFitness", zu dem das Güstrower Studio gehört, bestätigte dem Focus gegenüber den Vorfall. Sie bezeichnete es als "deutlich misslungenen Versuch, erschrockene und verängstigte Mitglieder zu beruhigen".

Bei dem Einsatz am Mittwoch wurden drei Männer vorläufig festgenommen.
Bei dem Einsatz am Mittwoch wurden drei Männer vorläufig festgenommen.  © DPA

Am Donnerstagabend, einen Tag nach dem Anti-Terror-Einsatz und nachdem alle vorläufig festgenommen wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, der Shitstorm jedoch unablässig auf das Studio einprügelt, folgte ein Statement der Betreiber.

Auf ihrer Facebook-Seite schreiben sie: "Wir möchten uns zunächst in aller Form für den Inhalt entschuldigen, der sich über Facebook verbreitet hat. Der an die Öffentlichkeit gelangte Inhalt ist nicht mit uns, den Betreibern des Clubs, abgesprochen und spiegelt auch nicht die Philosophie von EASYFITNESS wieder. Wir distanzieren uns klar von solchen Äußerungen und heißen auch in Zukunft alle Menschen herzlich Willkommen.."

Doch so recht glauben mag das keiner. "Auf der Maus ausgerutscht", schreibt einer. "So ein Statement kam nicht einfach so. So ein Post ist mehr als unglaubwürdig weil er nur aus Angst vor möglichen negativen Konsequenzen getätigt wird", ist sich jemand sicher.

Ein anderer vergleicht die Aktion prompt mit dem Dritten Reich: "Vergisst es. Ihr seid Rassisten. Versucht es nicht zu beschönigen bzw. euch rauszureden. Das erinnert mich an gewisse Schilder , die man ab 1933 überall gesehen hat. Na, klingelt da was?"

Welche Konsequenzen da noch auf das Studio zukommen? Bekannt ist dies offiziell noch nicht.


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