Bertelsmann steht nach Klinikstudie in der Kritik, doch wehrt sich

Gütersloh - Die Bertelsmann Stiftung hat den Verdacht eines möglichen Interessenskonflikts im Zusammenhang mit ihrer Krankenhausstudie zurückgewiesen.

Gibt es einen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit der Krankenhausstudie?
Gibt es einen Interessenkonflikt im Zusammenhang mit der Krankenhausstudie?  © dpa/Caroline Seidel

"Wir empfehlen nicht, bestimmte Kliniken zu schließen, sondern wir schlagen eine generelle Neuordnung der Krankenhausstruktur in Deutschland vor", hieß es am Mittwoch in einer Erklärung aus Gütersloh.

Die Untersuchungen der Stiftung seien grundsätzlich "unabhängig und evidenzbasiert". Die "Aachener Zeitung" und "Aachener Nachrichten" (Mittwochausgabe) hatten zuvor über Zweifel an der Unabhängigkeit der Untersuchung berichtet und auf die Personalie Brigitte Mohn verwiesen.

Diese ist Vorstandsmitglied der auftraggebenden Bertelsmann Stiftung und sitzt zugleich im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG. Solche großen Privatbetreiber könnten von der Schließung kommunaler Krankenhäuser profitieren, schreiben die Zeitungen.

Die Bertelsmann Stiftung brachte eine Krankenhausstudie hervor. (Symbolbild)
Die Bertelsmann Stiftung brachte eine Krankenhausstudie hervor. (Symbolbild)  © dpa/Jens Kalaene

Dazu betonte die Stiftung, zwischen Mohns Aufsichtsratssitz und den Vorschlägen der Studie bestehe kein Zusammenhang. Die Stiftung pflege keine Geschäftsbeziehung zum Rhön-Klinikum.

Es handele es sich um eine Modellrechnung, mit der man eine politische Debatte anstoßen wolle. "Bei dieser Berechnung spielt keine Rolle, wie und von wem einzelne Kliniken betrieben werden."

Die Analyse hatte das Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialforschung im Stiftungsauftrag erarbeitet. Die Studie hatte viel Aufsehen erregt mit der Kernaussage, die Patientenversorgung könne durch Schließung von mehr als jedem zweiten Krankenhaus erheblich verbessert werden.

Verbleibende größere Häuser könnten dann auch mehr Personal und bessere Ausstattung erhalten. Kleine Kliniken verfügen nach Ansicht der Autoren oft nicht über ausreichend Erfahrung und Ausstattung für eine angemessene Versorgung in lebensbedrohlichen Notfällen. Krankenhäuser und Ärzte hatten die Empfehlungen heftig kritisiert.

Titelfoto: dpa/Jens Kalaene

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