Studie belegt: Kinder von Alleinerziehenden leiden vermehrt unter Armut

Gütersloh - Kinder von alleinerziehenden Frauen sind besonders oft von Armut bedroht, wenn ihre Mütter über einen längeren Zeitraum ohne Vollzeitjob bleiben.

30 Prozent der Kinder leben dauerhaft in Armut. (Symbolbild)
30 Prozent der Kinder leben dauerhaft in Armut. (Symbolbild)  © DPA

Laut einer am Mittwoch vorgestellten Studie der Bertelsmann-Stiftung werden Armutserfahrungen vor allem dann verhindert, wenn eine alleinerziehende Mutter mehr als 30 Wochenstunden arbeitet.

Fehlt der Job, wachsen 96 Prozent der Kinder in einer dauerhaften oder wiederkehrenden Armutslage auf. Bei einer stabilen Teilzeitbeschäftigung oder einem Minijob leben 20 Prozent der Kinder dauerhaft oder wiederkehrend in Armut, weitere 40 Prozent zumindest vorübergehend.

Die Stiftung erklärt, dass diese Kinder zwar nicht obdachlos seien oder unter Hunger leiden müssten, sich aber vom gesellschaftlichen Leben abgeschnitten fühlten, weil sie nicht in Vereine oder zum Musikunterricht gehen könnten.

Der Sozialverband VdK Deutschland forderte ergänzende familienpolitische Leistungen, damit Alleinerziehende ihren Lebensunterhalt verdienen können: "Hierzu gehört der Ausbau der Kinderbetreuung auch zu Randzeiten, eine Lohnersatzleistung bei Pflege analog dem Elterngeld, die Anpassung der Arbeitszeit bei familiärer Belastung und ein Rückkehrrecht in Vollzeit."

Kinder von alleinerziehenden Müttern sind besonders von Armut betroffen. (Symbolbild)
Kinder von alleinerziehenden Müttern sind besonders von Armut betroffen. (Symbolbild)  © DPA

"Aber nicht nur Kinder von Alleinerziehenden sind von Armut betroffen", erklärte die Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock.

Dass 30 Prozent der Kinder, bei denen nur ein Elternteil arbeite, dauerhaft in Armut leben müssten, sei nicht hinnehmbar.

"Eine Ursache für Kinderarmut ist die Einkommensarmut der Eltern. Löhne reichen immer häufiger nicht zum Leben", sagte Linken-Chefin Katja Kipping. Ein paar Euro mehr Kindergeld nützten da leider nicht. "Schon gar nicht, wenn jede Kindergelderhöhung auch auf aufstockende Sozialleistungen angerechnet wird", erklärte Kipping.

Laut Definition der Studie leben Kinder in Armut, wenn sie entweder in einem Haushalt mit staatlicher Grundsicherung oder mit einem Haushaltsnettoeinkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle leben. Die liegt bei rund 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland.

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema Familienpolitik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0