Mutprobe oder Selfie: Kinder riskieren ihr Leben an Bahngleisen

Gefährliches Spiel: Abgelegene Gleise, wie hier bei Isselhorst-Avenwedde, sind beliebt bei Kindern und Jugendlichen.
Gefährliches Spiel: Abgelegene Gleise, wie hier bei Isselhorst-Avenwedde, sind beliebt bei Kindern und Jugendlichen.

Gütersloh - Ob weltweit, deutschlandweit oder nur in OWL, genauer gesagt zwischen Gütersloh und Bielefeld - immer wieder bremsen Kinder den Bahnverkehr, weil sie Mutproben machen oder Selfies mit vorbeifahrenden Zügen schießen.

"Bei akuter Gefahr für Leib und Leben werden alle Züge im betroffenen Gleisabschnitt umgehend angehalten", erklärte Bahnsprecher Manfred Ziegerath in der Neuen Westfälischen.

Das hat dann meist zur Folge, dass die Fahrpläne nicht mehr eingehalten werden können. Ziegerath bittet dabei um Verständnis, "dass Streckensperrungen in solchen Fällen unumgänglich sind." Menschenleben gehen vor.

Wer den Bahnverkehr mutwillig stört, verursacht schnell tausende Euro Schaden. "Grundsätzlich haben wir die Möglichkeit, zivilrechtlich gegen die Verursacher vorzugehen", so der Sprecher.

Kinder auf den Gleisen gehören für die Bahn und die Bundespolizei mittlerweile zum Alltag. Gerade in den Nachmittagsstunden oder in den Ferien passiere das besonders häufig, sagt Wolfgang Amberge von der Bundespolizei Münster.

"Jungen Menschen ist meistens nicht bewusst, in welch' gefährliche Situationen sich sich begeben. Immer wieder kommt es zu Unfällen, bei denen Kinder und Jugendliche schwer oder gar tödlich verletzt werden, weil sie in den Bahngleisen spielten."

Die Züge nähern sich fast lautlos und bei einem Anhalteweg von 1000 Metern bei Tempo 100 "hat man so gut wie keine Überlebenschance", so der Polizeisprecher.


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