Nach ICE-Unfall: Reisende werden in Hannover sich selbst überlassen

Gütersloh/Bielefeld - 600 Fahrgäste kamen am Sonntagvormittag noch einmal mit dem Schrecken davon. Zwischen Gütersloh und Bielefeld war ein ICE in einen auf die Gleise gestürzten Baum gekracht (TAG24 berichtete).

Die Fahrgäste mussten von dem ICE in einen IC umsteigen.
Die Fahrgäste mussten von dem ICE in einen IC umsteigen.

"Ich hörte einen Knall, dann roch ich den Abrieb von greifenden Bremsen und schon stand der Zug", erläuterte ein Reisender gegenüber der Neuen Westfälischen den dramatischen Ablauf, bei dem niemand verletzt wurde.

Mit ungefähr 200 Kilometern in der Stunde war der Zug in Avenwedde bei Gütersloh gegen eine zerstörte Stromleitung gerast, die zuvor von einem umgestürzten Baum beschädigt wurde.

Um 9.48 Uhr war der ICE 857 von Köln aus nach Berlin gestartet. Seine Reise endete allerdings abrupt in Ostwestfalen-Lippe.

"Wir haben einen Schaden an der Stromleitung und warten auf eine Ersatzlok aus Köln oder Hannover" hieß es schließlich. Zu diesem Zeitpunkt war es schon kurz nach 12 Uhr.

Ein Notfallmanager musste sich nach dem Crash um die zahlreichen Fahrgäste kümmern, die auf offener Strecke standen und einfach nur an ihr Ziel wollten. Um 14 Uhr stand dann endlich ein IC bereit, in den die Fahrgäste einsteigen konnten.

"Auf die paar Stunden Verspätung kommt es jetzt auch nicht mehr an", sagte eine Reisende, während ein anderes Paar ihre Vorstellung vom "König der Löwen" in Hamburg wegen des Unglücks verpasste.

Erst gegen 16 Uhr ging die Fahrt im Ersatzzug bis nach Hannover weiter. Von dort aus mussten die Reisenden zusehen, wie sie weiterkommen.

Mitten in der Walachei stiegen die Reisenden um.
Mitten in der Walachei stiegen die Reisenden um.