Eltern nehmen Cannabis-Konsum ihrer Kinder oft nicht ernst

Gütersloh - Vanessa Ogan (42) geht es vor allem um eins: Jugendliche darüber aufklären, was Alkohol und Drogen mit ihnen machen können.

Kriminaloberkommissarin Vanessa Ogan möchte über Gefahren von Alkohol und Drogen aufklären.
Kriminaloberkommissarin Vanessa Ogan möchte über Gefahren von Alkohol und Drogen aufklären.

"Mir ist es wichtig, vernünftig zu informieren und Gefahren aufzuzeigen", so die Kriminaloberkommissarin gegenüber der Neuen Westfälischen. Für ihre Arbeit ist sie viel im Kreis Gütersloh unterwegs. "Ich habe den Anspruch, dass mich jede weiterführende Schule im Kreis kennenlernt."

Die Lehrer seien sehr interessiert und hätten viele Fragen - beispielsweise, wie man erkennt, dass ein Schüler unter Drogen steht. "Es gibt gewisse Indizien. Gerötete Augen, veränderte Pupillen, fahle Gesichtsfarbe, Unruhe, Lachflashs."

Die Droge Nummer eins unter den Jugendlichen sei nach wie vor Cannabis. "30 Prozent der 12- bis 25-Jährigen haben Cannabis-Erfahrung", weiß Ogan. Problematisch ist, dass viele Eltern den Cannabis-Konsum runterspielen. "Besonders auf Elternabenden begegnet mir das – die Eltern denken dann an ihre eigene Jugend."

Doch das ist fatal: "Wir sprechen heute über ganz andere Potenzen. Früher lag der THC-Wert, also die Chemikalie, die die psychologischen Wirkungen von Cannabis verursacht, bei maximal fünf Prozent. Heute kann er bis zu 30 Prozent hoch sein."

Cannabis-Konsum in jungen Jahren kann schlimme Folgen haben,
Cannabis-Konsum in jungen Jahren kann schlimme Folgen haben,  © 123RF

Ein Gehirn, das sich noch in der Entwicklung befindet, kann unter dem Konsum leiden: Das fängt bei Konzentrations- und Gedächtnisstörungen an, geht über eine Absenkung des Intelligenzquotienten und kann in Psychosen enden.

Rauchen sei bei den Jugendlichen nicht mehr so gefragt - im Gegensatz zu Alkohol. Bundesweit wurden 2016 22.309 minderjährige Patienten ins Krankenhaus eingeliefert, weil sie zu viel getrunken haben.

"Wir raten Eltern auch bei privaten Feten, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und sich auch den Inhalt von mitgebrachten Rucksäcke zeigen zu lassen", erklärt die 42-Jährige.

Problematisch sei auch der steigende Konsum von Energy Drinks. "Wenn ich in der 7. Klasse frage, wer das schon getrunken hat, gehen fast alle Hände hoch." Doch die zucker- und koffeinhaltigen Getränke bergen gesundheitliche Gefahren wie Bluthochdruck.

In Großbritannien stoppten Aldi und Lidl bereits den Verkauf von Energy Drinks (TAG24 berichtete). "Das würde ich mir für Deutschland auch wünschen."

Titelfoto: 123RF


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