Das Horror-Haus in Gütersloh: "Niemand darf sich wundern, was dort passiert"

Gütersloh – Attacken mit einer Axt, einer Sense oder einem Stein sind keine Seltenheit in dem Flüchtlingsheim in Gütersloh (TAG24 berichtete). Erschreckend: Die Stadt soll nichts dagegen unternehmen wollen.

Erneut musste die Polizei das Heim in Gütersloh stürmen.
Erneut musste die Polizei das Heim in Gütersloh stürmen.

Der Arbeitskreis (AK) Asyl der evangelischen Kirchengemeinde Gütersloh weise die Stadtverwaltung bereits seit eineinhalb Jahren auf die "unhaltbaren" Zustände in der Unterkunft am Fuchsweg hin und fordere ein neues Unterbringungskonzept, berichtete die Neue Westfälische.

Etliche Treffen zwischen dem AK Asyl und der Stadtverwaltung führten bislang ins Leere. "Die Stadtverwaltung war hingegen der Ansicht, sie habe alles im Griff", so Barbara Brinkmann, Leiterin des Arbeitskreises.

"Niemand, der die Situation dort näher kennt, ist von der jüngsten Entwicklung überrascht", schrieb sie und meinte damit vor allem die 154 Einsätze, zu denen die Polizei im vergangen Jahr ausrücken musste.

Doch die extreme Situation sei laut Brinkmann verständlich: "Wenn 18 Männer, deren Asylantrag größtenteils abgelehnt worden ist, die nicht arbeiten und keine Sprachkurse besuchen dürfen, zum Teil mit traumatischen Fluchterfahrungen belastet sind (...) in einer sehr abgelegenen Unterkunft untergebracht sind, darf sich eigentlich niemand wundern, was jetzt dort passiert", so Brinkmann.

Die Zahl der abschlägig beschiedenen Asylverfahren, Arbeitsverbote und Abschiebungshindernisse werde weiter steigen. Das Leben in "beständiger Ungewissheit" erzeuge eine enorme psychische Stresssituation für die Asylbewerber.

"Sprachkurse oder einfache Arbeitsangebote statt sinnlosem Zeit totschlagen wäre eine Lösung, um Frustration und Aggression vorzubeugen", weiß Brinkmann.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0