Handwerker hortet tausende Kinderpornos und kriegt nur eine Bewährungsstrafe

Gütersloh – Im Fall eines Handwerkers, der kinder- und jugendpornografische Inhalte besessen, erworben und verbreitet hat, ist nun das Urteil gefallen.

Mehrere tausend Dateien mit kinderpornografischem Inhalt wurden in der Wohnung des Handwerkers gefunden. (Symbolbild)
Mehrere tausend Dateien mit kinderpornografischem Inhalt wurden in der Wohnung des Handwerkers gefunden. (Symbolbild)  © 123RF

Auf seinem Handy, dem Laptop und USB-Sticks hatte der Angeklagte rund 2.500 Bilddateien und Videos gespeichert, so die Neue Westfälische.

Über Skype hatte er viele der Dateien weitergeleitet und getauscht. Der 30-Jährige wurde vor dem Strafrichter am Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt.

Des Weiteren muss er eine Auflage in Höhe von 3.600 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen.

„Da gibt es nichts zu beschönigen", sagte der Verteidiger. Der Anwalt legte ein Schreiben des Therapeuten vor, der den Angeklagten behandelt.

Im Februar 2018 wurde die Wohnung des 30-Jährigen durchsucht und Dateien von missbrauchten Mädchen entdeckt.

Anklage fordert 9 Monate Bewährung

Der Angeklagte wurde zu 9 Monaten Bewährung und einer Auflage von 3.600 Euro verurteilt. (Symbolbild)
Der Angeklagte wurde zu 9 Monaten Bewährung und einer Auflage von 3.600 Euro verurteilt. (Symbolbild)  © 123RF

Der Therapeut schrieb, dass der Angeklagte schon früh „von Ausgrenzungserfahrungen betroffen" gewesen sei.

Der 30-Jährige soll sich als "wenig attraktiv" empfunden haben und so als Ersatz für Beziehungen Sex im Internet konsumiert haben. Dabei soll das Interesse an unerlaubten Bildern entstanden sein.

Der Angeklagte erklärte, er habe sich seit seinem 16. Lebensjahr für solche Art von Bildern interessiert. Er sei später vier Jahre in einer Beziehung gewesen sein, da hätte er sich solche Bilder nicht angesehen. Erst als die Beziehung zerbrach, fing der Angeklagte wieder damit an.

Er „übernimmt die alleinige Verantwortung" für seine Handlungen, betonte der behandelnde Therapeut. Der Angeklagte habe zudem einen „Veränderungsprozess begonnen". Der Angeklagte will an einer speziellen psychologischen Therapie teilnehmen.

Der Staatsanwalt entdeckte eine "innere Auseinandersetzung" mit dem Thema und forderte für den bislang nicht straffällig gewordenen Handwerker eine Bewährungsstrafe von neun Monaten und eine Auflage von 4.000 Euro. Der Verteidiger plädierte auf acht Monate und 2.000 Euro.

„Ich bin froh, dass es aufgeflogen ist", äußerte sich der Angeklagte nach den Plädoyers, „damit ich endlich damit abschließen kann."

Titelfoto: 123RF

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