Polizei in der Kritik: 14-Jährige von sechs jungen Männern vergewaltigt

Gütersloh - Nach der Vergewaltigung einer 14-Jährigen im November 2017 in Harsewinkel (TAG24 berichtete) steht die Polizei Gütersloh nun heftig in der Kritik, weil sie den Übergriff anfangs nicht öffentlich machte.

In einen Park brachten die jungen Männer das 14-jährige Mädchen nach der Vergewaltigung. (Symbolbild)
In einen Park brachten die jungen Männer das 14-jährige Mädchen nach der Vergewaltigung. (Symbolbild)

Das Telefon der Polizeisprecherin Katharina Felsch steht nicht mehr still, nachdem die Behörde durch einen Bericht im Internet zur Veröffentlichung des Vorfalls gezwungen wurde. Seitdem beschweren sich viele Bürger über das Vorgehen der Beamten.

Katharina Felsch empfindet die Handhabung hingegen als richtig. Gegenüber der Neuen Westfälischen erklärte sie: "Das war alles zunächst ein großes Rätsel. Wir hatten einfach nur ein Mädchen, das orientierungslos im Park aufgefunden worden war. Auch nach der ärztlichen Untersuchung gab es keine Anhaltspunkte auf ein Sexualdelikt. Erst Wochen später wurde uns zugetragen, dass es da eine Tätergruppe gibt."

Zudem stellte sie klar: "Die Öffentlichkeit nicht zu informieren, war keine Entscheidung, die wir gerne getroffen haben. Aber in diesem ungewöhnlichen Fall mussten wir ungewöhnliche Entscheidungen treffen."

Aber genau mit diesem langen Schweigen sorgt die Polizei für Unverständnis in der Bevölkerung. So erläuterte ein Anwohner aus Harsewinkel: "Man fragt sich doch, ob man der Polizei überhaupt noch trauen kann."

Das 14-jährige Mädchen war im November 2017 mit einem Jungen in Harsewinkel verabredet, wurde von diesem und fünf weiteren Jugendlichen mit Alkohol abgefüllt und anschließend vergewaltigt. Nach der Tat brachten sie das Opfer in einen Park und alarmierten den Rettungsdienst.

Derzeit sind die sechs jugendlichen Täter, drei Deutsche und drei Syrer, auf freiem Fuß und können jederzeit dem 14-jährigen Opfer über den Weg laufen.


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