FH Bielefeld eröffnet zweiten Standort in Gütersloh

Gütersloh – Am Gleis 13 eröffnete die Fachhochschule (FH) Bielefeld einen zweiten Standort in Gütersloh. Nur fünf Wochen nach der Eröffnung des Campus an der Schulstraße.

Die Fachhochschule Bielefeld expandiert in Gütersloh.
Die Fachhochschule Bielefeld expandiert in Gütersloh.  © DPA

Die Fachhochschule Bielefeld eröffnete offiziell ihren Campus im Quartier "Gleis 13". Nur fünf Wochen nach der Eröffnung des Standorts im Flöttmann-Gebäude in der Schulstraße.

Der Campus an der Schulstraße reichte für inzwischen 350 Studenten nicht mehr aus, so die Neue Westfälische.

Die Präsidentin der FH, Ingeborg Schramm-Wölk, zeigte sich begeistert über die schönen neuen Räume: „Das gibt uns Power für die nächsten Schritte, denn wir wollen hier ja noch größer werden."

Die FH expandiert und damit noch nicht genug: Geplant ist eine zweite Stufe der Studiengänge, demnächst soll auch auf Englisch unterrichtet werden.

So soll die Zahl der Studienplätze von bald 650 auf 1.200 aufgestockt werden. Dazu fehlt noch die Zusage des Landes.

FH strebt weiteren Standort in Gütersloh an

FH-Präsidentin Ingeborg Schramm-Wölk denkt bereits über Studenten-Wohnungen in Gütersloh nach.
FH-Präsidentin Ingeborg Schramm-Wölk denkt bereits über Studenten-Wohnungen in Gütersloh nach.  © DPA

Das Land soll von jährlichen 2,6 auf 8,2 Millionen Euro die Finanzierung erhöhen. Denkbar wäre für einen weiteren Standort auch das freiwerdende Kasernengelände an der Verler Straße.

Die Studenten freuen sich über das neue Gebäude, das Flöttmann-Gebäude an der Schulstraße war zu eng geworden. "Vom Ambiente her" seien die neuen Räumlichkeiten "fast wie in einer richtigen FH". Der neue Campus orientiere sich an den modernen FH-Gebäuden in Bielefeld.

Der neue Campus bietet den Studenten auf 2.000 Quadratmetern Platz: 4 Geschosse, 12 Seminarräume, ein Computerraum mit 36 PC-Arbeitsplätzen. Die Hörsäle fassen 35 oder 40 Studenten. Der Größte bietet 66 Studenten Platz.

Im Eingangsbereich sind Getränke- und Snackautomaten vorhanden. Auch wenn es keine Mensa gibt, für das leibliche Wohl ist gesorgt: Ein Brötchenwagen versorgt die Studierenden.

Campus Schulstraße wird zum Forschungszentrum

Der Lehrbetrieb ist größtenteils auf Gleis 13 umgezogen, neun Lehrende und Verwaltungsangestellte haben bereits ihre Arbeit aufgenommen. Bis zu zwölf temporäre Arbeitsplätze können in Zukunft besetzt werden. FH-Dekan Lothar Bude sagt: „Momentan sind einige Stellen in der Ausschreibung, so dass hier künftig weitere Lehrende und Forschende arbeiten werden."

Momentan werden acht praxisintegrierte/berufsbegleitende Studiengänge angeboten, darunter Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften. Dabei bestehen Kooperationen mit 150 Unternehmen.

Im alten Flöttmann-Gebäude werden nur noch wenige Kurse abgehalten. Dort soll ein Laborausbau erfolgen und das Forschungszentrum „Center for applied data science" (CfADS) errichtet werden. Die FH hatte dafür drei Millionen Euro vom Land erhalten.

Mit dem Geld wurde eine Minifabrik eingerichtet: Eine mehrere Meter lange Produktionsstraße, an der Forscher mit Werkstücken und Materialien experimentieren können. Unter realen Bedienungen werden hier Daten geliefert, die der Industrie ermöglichen, ihre Produkte und Maschinen zu verbessern.

Auch der Bürgermeister Henning Schulz zeigte sich begeistert über die FH: „Irre Bereicherung für die Stadt Gütersloh". Der Bürgermeister erhofft sich aus dem Studienort Gütersloh irgendwann eine Studienstadt zu machen,

Unternehmer und Gleis-13-Investor Thomas Hagedorn erfreut sich an der Mieterqualität auf dem Gelände. Im kommenden Jahr ziehen die Scanfabrik und die Regio IT ein. Ein letzter Bau soll laut Geschäftsführer Rick Mädel "ein optisches Highlight" werden. Auch die FH meldete bereits einen 2.000 Quadratmetern großen Bedarf an. Mädel konnte bislang noch keine Angaben über den neuen Mieter machen, es fehle jedoch noch "was für den Feierabend".

Auch FH-Präsidentin Schramm-Wölk macht sich bereits Gedanken über die Weiterentwicklung des Campus: „Wenn wir die High Potentials aus ganz Deutschland locken wollen, müssen wir auch über Wohnraum nachdenken." Studenten-WGs seien noch nicht in Planung, aber einen Gedanken wert.

Titelfoto: DPA


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