Wegen Volksverhetzung: Hamburger zeigt Skandal-Rapper und BMG-Boss an

Gütersloh - Nach der Echo-Kritik an den Skandal-Rappern Farid Bang und Kollegah droht den beiden nun sogar ein juristisches Nachspiel.

Wie strahlende Sieger dürften sich Farid Bang (li. 31) und Kollegah (33) derzeit nicht mehr fühlen.
Wie strahlende Sieger dürften sich Farid Bang (li. 31) und Kollegah (33) derzeit nicht mehr fühlen.  © DPA

Ein Mann aus Hamburg hatte am Dienstag bei der Polizei Gütersloh eine Anzeige wegen Volksverhetzung gegen die Musiker und den Vorstandschef der Bertelsmann-Tochter BMG, Hartwig Masuch, erstattet.

Die Strafanzeige gegen die beiden "Echo"-Gewinner hatte der Mann aufgrund der Textzeilen "Mache wieder mal ‘nen Holocaust, komm’ an mit dem Molotow" und "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" gestellt.

Die beiden Rapper hatten schon im Vorfeld viel Kritik für den Gewinn des "Echo"-Musikpreises am 12. April in Berlin geerntet. Wegen des Eklats gab unter anderem Marius Müller-Westernhagen alle seine Echos zurück.

Aufgrund des öffentlichen Drucks verkündet die Plattenfirma Bertelsmann Music Group (BMG) daraufhin, dass die Zusammenarbeit mit den Musikern beendet sei. Zudem distanzierte sich BMG in jeder Form von Antisemitismus und Diskriminierung.

Das es tatsächlich zu einer Anklage wegen Volksverhetzung kommt, kann sich derweil Prof. Dr. Christoph Gusy, Strafrechtler an der Uni Bielefeld, nicht vorstellen.

Gegenüber des Westfalen-Blattes erklärte er: "Paragraph 130 Strafgesetzbuch ist eine Vorschrift zum Schutz des öffentlichen Friedens, das heißt zur Vermeidung von Unruhen oder gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Teilen der Bevölkerung.

Diese sollen nicht hervorgerufen werden durch Meinungsäußerungen herabsetzender Art. Bei den Songtexten neige ich zwar zur Herabsetzung. Aber eine Gefährdung des öffentlichen Friedens sehe ich nicht."

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