WhatsApp-Streit eskaliert: Anklage gegen 18-jährigen Messerstecher

Der 17-jährige Beschuldigte will in Notwehr gehandelt haben.
Der 17-jährige Beschuldigte will in Notwehr gehandelt haben.

Gütersloh - Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat gegen vier Jugendliche aus Gütersloh Anklage erhoben, gegen zwei wegen versuchten Totschlags. Sie werden verdächtigt, am Ostersonntag im Gütersloher Ortsteil Spexard verantwortlich für eine blutige Messerstecherei zu sein (TAG24 berichtete).

Der Streit eskalierte in der Nacht zu Ostersamstag, am 15. April. Zwei Personengruppen gerieten verbal heftig aneinander. Der Streit soll in einem Chat bei WhatsApp entstanden sein.

Bekannte des mutmaßlichen Haupttäters, ein Mädchen und die beiden Opfer sollen sich dort arg angefeindet haben, so die Neue Westfälische. Zur endgültigen Klärung der Anfeindungen, haben sich die zwei Gruppen zu einem Treffen verabredet, bei dem es eskaliert ist.

Der Anwalt vom Tatverdächtigen, Alexander Klemme, sprach schon im April davon, dass sein Mandant aus Notwehr gehandelt habe und es eine Reaktion auf die Attacke eines Opfers gewesen sei.

Beide Opfer (19/21) wurden von Notärzten in ein Krankenhaus gebracht. Einer war sogar lebensgefährlich verletzt. Daraufhin richtete die Polizei eine 14-köpfige Mordkommission ein. Kurz darauf wurden vier Tatverdächtige festgenommen.

Der Haupttäter, der inzwischen 18 Jahre alt ist, befindet sich aktuell in einer geschlossenen Jugendhilfeeinrichtung. Zuvor war er in Untersuchungshaft. Ihn erwartet, laut Staatsanwältin Stefanie Lange, eine Strafe von maximal zehn Jahren Jugendstrafe.

Tatsächlich sei es aktuell schwer abschätzbar, welches Strafmaß die Hauptverdächtigen sowie die drei Mitangeklagten erwarte. Der erste Verhandlungstermin steht noch nicht fest.

Die Jugendlichen hatten sich per WhatsApp verabredet.
Die Jugendlichen hatten sich per WhatsApp verabredet.

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