Dieser Gütersloher ist Hoffnungsträger der AfD

Stephan Reuken (re.) neben Frauke Petry am 26.08.2016 im Anklamer Volkshaus (Mecklenburg-Vorpommern).
Stephan Reuken (re.) neben Frauke Petry am 26.08.2016 im Anklamer Volkshaus (Mecklenburg-Vorpommern).  © DPA

Gütersloh - Die AfD (Alternative für Deutschland) ist momentan eine der umstrittensten Parteien des Landes. Vor allem wegen des Vorwurfs, dass einige ihrer politischen Führer Positionen vertreten, die den rechts-reaktionären Rand der Gesellschaft ansprechen. 

Trotzdem findet die Partei ihre Wählerschaft. Ein Gütersloher hat es mit der AfD laut der Neuen Westfälischen bereits in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern geschafft. Stephan Reuken (31) ist Historiker und wird als klug, karriereorientiert und stramm rechts beschrieben.

Er gilt als DER Hoffnungsträger der AfD. Aus diesem Grund durfte er auch den Wahlkampf der Partei koordinieren: Mit 18 von 71 Mandaten zog die AfD in den Landtag ein. Reuken verpasste zwar das Direktmandat, holte aber 29,3 Prozent der Erststimmen und damit ein überdurchschnittliches Ergebnis.

"Wer ernsthafte und positive Veränderungen für Deutschland erreichen möchte, kann sich nicht darauf verlassen, dass andere diese Aufgabe übernehmen. Man muss sich schon selbst engagieren", sagt Reuken gegenüber der Zeitung.

Nicht nur Reuken hält nicht viel von Kanzlerin Angela Merkel, sondern auch die Teilnehmer einer AfD-Kundgebung am Samstag (05.11.) in Bielefeld.
Nicht nur Reuken hält nicht viel von Kanzlerin Angela Merkel, sondern auch die Teilnehmer einer AfD-Kundgebung am Samstag (05.11.) in Bielefeld.  © Christian Mathiesen

Der Wahl-Greifswalder (Mecklenburg-Vorpommern) begann sich bereits früh für Politik zu interessieren. Als Jugendlicher trat er in die CDU ein. Mehrmals trat er aus, um dann doch wieder einzutreten. Schließlich entschied er sich gegen die christlich-demokratische Partei:

"Ich bin in die AfD eingetreten, weil sie die einzige Partei in Deutschland ist, die noch konservative Werte vertritt und weil sie Themen anspricht, die in den Altparteien tabuisiert werden."

Laut eigener Aussage will er "Deutschland mit seiner freiheitlich demokratischen Grundordnung, seinen Werten und Traditionen, seinem Wohlstand und seiner christlichen Prägung erhalten."

Das Mitglied einer Burschenschaft kritisiert Bundeskanzlerin Merkel, denn sie habe "eine selbstherrliche Entscheidung getroffen, deren Konsequenzen noch immer nicht absehbar sind." Aber er geht mit seiner Kritik noch weiter!

"Der unkontrollierte massenhafte Zustrom oftmals integrationsunwilliger und integrationsunfähiger Einwanderer hat bewirkt, dass auch der Zuspruch innerhalb der deutschen Gesellschaft massiv gesunken ist." Er selbst ist strikt gegen die Einwanderung von Menschen, die nicht aus Kriegsgebieten kommen.

Auch die Medien kommen bei ihm nicht gut weg. Seiner Meinung nach wird die AfD nicht aufgrund einer faktenbasierten Berichterstattung dargestellt: "Manche versuchen, sich als AfD-Jäger gegenseitig zu überbieten."

Titelfoto: DPA