Polizei muss Fahndungsfoto von Verbrecher löschen, weil die Leute sich vor Lachen nicht halten können

Gwent (Wales) - Ein Fahndungsfoto der walisischen Polizei in Gwent mauserte sich vergangene Woche zu einem viralen Hit auf deren Facebook-Seite. Leider interessierte sich kaum jemand dafür, den Flüchtigen zu finden. Stattdessen machten sich die Leute über dessen Aussehen lustig, berichtet der "New Zealand Herald".

Das Gesicht des Täters brachte wohl niemanden zum Lachen.
Das Gesicht des Täters brachte wohl niemanden zum Lachen.  © Gwent Police

Nach mehr als 84.000 Kommentaren zog die Polizei die Notbremse und nahm den Mugshot von Jermaine T. (21) von ihrer Facebook-Seite. Grund für die Aufregung war nicht die Tatsache, dass der 21-Jährige gegen seine Auflagen verstoßen hatte, nachdem er im Dezember aus dem Gefängnis entlassen wurde, sondern dessen Frisur.

"Er verließ den Komplex genau um 19.30 Uhr und sein Haaransatz um 19.45 Uhr", witzelte ein User. Eine Frau schrieb: "Er wurde zuletzt in der Stadt gesehen. Die Polizei kämmt das Gebiet." "Sieht so aus, als ob sein Haaransatz auch auf der Flucht ist", amüsierte sich ein weiterer Kommentator.

"Wer hat seine Haare gemacht? Moses?", fragte ein anderer Nutzer. Eine weiterer erklärte, dass die Frisur von Jermaine T. so aussehe, als wäre ein Lolli am Rücken einer Katze kleben geblieben und dann wieder abgezogen worden.

14.000 User entschlossen sich dazu den Mugshot zu teilen und brachten das Fass damit vermutlich endgültig zum Überlaufen.

Polizei von Gwent spricht Warnung aus

Der Grund für über 84.000 Kommentare war die Frisur von Jermaine T. (21).
Der Grund für über 84.000 Kommentare war die Frisur von Jermaine T. (21).  © Gwent Police

Die Polizisten von Gwent wollten zwar gar nicht behaupten, dass sie über den einen oder anderen Haar-Witz nicht lachten und schrieben deshalb: "Wir sind wirklich jedem dankbar, der uns bei der Suche nach Jermaine T. unterstützt und wir müssen zugeben, dass einige dieser Kommentare uns zum Lachen gebracht haben".

Doch die Ordnungshüter mussten natürlich dafür sorgen, dass die Sache nicht ausuferte und teilten außerdem mit: "Wenn die Grenze zwischen lustig und missbräuchlich überschritten wird, müssen wir jedoch sicherstellen, dass wir verantwortlich sind und die Leute daran erinnern, vorsichtig mit dem umzugehen, was sie in den sozialen Medien schreiben."

Zudem warnte die Polizei von Gwent, dass man sich in sozialen Medien genauso strafbar machen könne, wie im echten Leben.

Jermaine T. scheint der viele Rummel um das Foto indes nicht geschadet zu haben. Zumindest meldete die Polizei nicht, dass sie ihn ausfindig gemacht habe.

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