Wegen einer einzigen Haarsträhne: Baby verliert fast vier Zehen

Paignton (England) - Man glaubt es kaum, doch es ist tatsächlich passiert: Ein zehn Wochen altes Baby hat beinahe seine vier Zehen verloren, weil sich eine dünne Haarsträhne um die Zehen gewickelt und den Blutkreislauf mehr als zwölf Stunden unterbrochen hatte.

Die Haarsträhne der Mutter hat sich um die Zehen ihres Babys gewickelt, sodass die Blutzufuhr unterbrochen wurde. (Symbolbild)
Die Haarsträhne der Mutter hat sich um die Zehen ihres Babys gewickelt, sodass die Blutzufuhr unterbrochen wurde. (Symbolbild)  © 123RF/Symbolbild

Alex Upton, die Mutter des kleinen Ezra, traute ihren Augen nicht, als sie entdeckte, wie rot und geschwollen die Zehen ihres Babys waren. Als die 26-Jährige genauer hinschaute, sah sie eine hellbraune Strähne, die fest um die Zehen ihres Sohnes geschnürt war.

Gegenüber "Daily Mail" erzählte die Britin: "Sie muss dort zwölf bis vierzehn Stunden gewesen sein. Ich habe es erst am nächsten Morgen bemerkt."

"Die Strähne war so eng um die Zehe gewickelt, sodass ich sie irgendwann nicht mehr greifen konnte. Seine Zehen sind so klein, sodass es schwer war, die Strähne zu entfernen", so die Mutter weiter.

Ganze 15 Minuten hat es gedauert, die Zehen des Kindes von dem festgeschnürten Haarstrang zu befreien. Mithilfe einer Pinzette hatte die 26-Jährige es letztendlich geschafft.

Nach diesem Schock ging die besorgte Mutter sofort zum Arzt, um den Gesundheitszustand ihres Babys untersuchen zu lassen. Dieser gab glücklicherweise Entwarnung und verschrieb lediglich eine antibakterielle Creme.

Dennoch hätte die Sache auch schlimmer ausgehen können. Hätte die Mutter nicht sofort gehandelt, wären die Zehen des Kindes abgestorben und hätten amputiert werden müssen.

Mütter verlieren nach der Geburt oft viele Haare: Das kann für Babys gefährlich werden. (Symbolbild)
Mütter verlieren nach der Geburt oft viele Haare: Das kann für Babys gefährlich werden. (Symbolbild)  © 123RF/Symbolbild

Doch wie kann es sein, dass sich die Haarsträhne der Mutter um die Zehen des Babys gewickelt haben? Fachsprachlich nennt sich dieses Phänomen Tourniquet-Syndrom. Dabei werden Extremitäten wie Zehen oder Finger durch Haare, Schnüre oder sogar Tücher stranguliert. Am häufigsten sind Säuglinge betroffen.

Das Tourniquet-Syndrom stellt sich überwiegend durch Unfälle oder Gewalteinwirkung, also Kindesmissbrauch ein. Im Fall der jungen Mutter handelte es sich um einen tragischen Unfall. Frischgebackene Mütter verlieren besonders nach der Geburt viele Haare. Diese können dann in Bettwäsche oder Baby-Kleidung gelangen und sich fest um die Extremitäten des Kindes wickeln.

Die Britin appelliert: "Mein Rat an alle Eltern: Wenn das Baby gewaschen und angezogen wird, muss man unbedingt gründlich nachschauen, ob sich Haare an den Sachen befinden. Diese muss man dann dringend entfernen."

Mütter sollten ihre Haare häufig zusammengebunden tragen und darauf achten, die Wohnung regelmäßig zu putzen und von ausgefallenen Haare zu befreien.