Amt für IT-Sicherheit wusste früh vom Daten-Klau: Warum ging niemand dazwischen?

Berlin/Bonn - Es war wohl der größte Daten-Leak in der deutschen Geschichte: Ein Unbekannter hat massenweise persönliche Daten und Dokumente von rund tausend deutschen Politikern und Prominenten im Internet veröffentlicht (TAG24 berichtete). Nun hagelt es Kritik für das Bundesamt für IT-Sicherheit (BSI).

Der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland mahnte einen Ausbau der Cyberabwehrkapazitäten an. (Bildmontage)
Der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland mahnte einen Ausbau der Cyberabwehrkapazitäten an. (Bildmontage)  © 123RF

Der Grund: Das BSI hat schon im Dezember von dem immensen Datenklau gewusst, jedoch nicht das Bundeskriminalamt (BKA) darüber informiert. Nach eigene Aussage erfuhr das BKA erst in der Nacht zum Freitag von diesem Mega-Daten-Gau und reagiert nun dementsprechend säuerlich.

In einem Schreiben habe sich das BKA an alle Bundestagsabgeordneten gewandt. Zum einen eine Rechtfertigung, zum anderen ein klare Klatsche für das BSI.

Weniger verwunderlich also, dass sich das BSI nun für diese unzureichende Informationspolitik von allen Seiten Kritik anhören muss.

So drückte der FDP-Digitalpolitiker Manuel Höferlin sein Verwundern über das Vorgehen des BSI aus. Höferlin mahnte an: "Das Bundesamt muss seine Vorgehensweise darlegen und kritisch überprüfen", zitiert ihn die dpa.

Auch Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch reagierte empört: "Angesichts der Dimension dieses Datenklaus ist die Nichtinformation von Partei- und Fraktionsvorsitzenden durch die Behörden völlig inakzeptabel. Gibt es etwas zu verbergen?"

Was wir bisher wissen: Laut NDR-Informationen scheint ein Einzeltäter für den Datendiebstahl verantwortlich sein. Demnach soll ein Hacker namens "Orbit" den Twitter-Account eines deutschen Youtube-Stars gekapert haben. Über diesen Account soll er dann private Daten und Dokumente von Politikern und Prominenten verbreitet haben.

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