Sensible private Daten verraten: Jan Böhmermann von Datenklau betroffen

Köln - Auch Satiriker und Moderator Jan Böhmermann (37) ist von der massiven Hacker-Attacke betroffen, deren Datenleak am Donnerstagabend öffentlich bekannt wurde.

Satiriker Jan Böhmermann (37) wurde bestohlen.
Satiriker Jan Böhmermann (37) wurde bestohlen.  © DPA

Wie die Datensätze aufzeigen, haben die bislang unbekannten Hacker etliche private und sensible Daten von Jan Böhmermann ergattert.

Darunter sind Adress- und Kontaktinformationen sowie etliche Rechnungssätze. Hinzu kommen private Daten aus dem familiären Umfeld.

Die Daten über Jan Böhmermann wurden offenbar 2018 oder früher abgegriffen und bereits erstmals am 1. Dezember 2018 veröffentlicht.

Der Manager von Jan Böhmermann reagierte am Freitag auf die neue Veröffentlichung gelassen. Da sei nichts Neues dabei, was den Satiriker betreffe, sagte er auf Anfrage des ARD-faktenfinder.

Böhmernann kritisiert als Satiriker seit Jahren Neonazis, die AfD und diverse Staatsregierungen. Zuletzt erhielt er den von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) verliehenen Preis "Rose d’Or".

Wer hinter dem Datenklau steckt, ist unbekannt. Fakt ist bislang, dass vor allem Politiker aus dem Bundestag, dem Europäischen Parlament und Landtagen ausspioniert und ihre Daten abgegriffen wurden. Betroffen sind alle Parteien abgesehen von der AfD. Auch Dutzende Journalisten und Künstler wurden beklaut.

Politiker aus NRW ebenfalls betroffen

Auch Parlamentarier aus NRW sind betroffen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Helge Lindh hat am Donnerstag von dem mutmaßlichen Hacker-Angriff auf ihn und zahlreiche andere Politiker erfahren. Er sei darüber informiert worden, Details kenne er aber noch nicht, sagte Lindh am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Außerdem sei nicht klar, ob und was von den über ihn verbreiteten Daten echt und neu sei, da er bereits Anfang 2018 Opfer eines Hacker-Angriffs geworden sei. Alles weitere werde nun geprüft, sagte der Abgeordnete aus Wuppertal.

Nach Informationen des rbb-Inforadios wurden große Mengen persönlicher Daten und Dokumente von Hunderten von Politikern über Twitter veröffentlicht. Die Hintergründe waren am Freitagmorgen noch völlig unklar. Der Inhaber des genannten Twitter-Accounts beschreibt sich selbst mit Begriffen wie Security Researching, Künstler, Satire und Ironie.

Update, 12.00 Uhr

„Unter den veröffentlichten Daten befinden sich offensichtlich auch Angaben von Mitgliedern der Landesregierung. Die betroffenen Kabinettmitglieder sind darüber zeitnah informiert worden. Die Landesregierung steht in Kontakt mit den zuständigen IT- und Sicherheitsbehörden", teilte ein Sprecher der NRW-Landesregierung mit.

Der Staatskanzlei lägen bisher keine Informationen vor, wonach Mitglieder der Landesregierung selbst unmittelbar Ziel eines Angriffs geworden sein könnten.

Datensätze auf einem Computer. (Symbolbild)
Datensätze auf einem Computer. (Symbolbild)  © DPA

Titelfoto: DPA

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