Hilfe, Asiaten haben meine Seite gehackt!

Arbeitsvermittler Thomas Proschwitz (58) wurde von indonesischen Hackern attackiert.
Arbeitsvermittler Thomas Proschwitz (58) wurde von indonesischen Hackern attackiert.

Von Eric Hofmann

Großenhain - Sie agieren im Dunkeln, einigen geht es um Geld, anderen um Politik oder Sicherheit - doch der Schaden, den sie anrichten ist enorm: Hacker attackieren, meist aus dem Ausland, zu Tausenden sächsische Rechner.

Doch trifft es nicht nur staatliche Netze und Großunternehmen, auch kleine Firmen stehen im Visier der Banden.

Mitten im Urlaub klingelte Thomas Proschwitz’ (58) Handy: „Eine Mitarbeiterin rief an“, sagt der Chef einer privaten Arbeitsvermittlung in Großenhain.

„Unsere Homepage wäre einfach weg.“ Sofort schaute Proschwitz nach. Statt seiner Seite grinste ihn eine Fratze an, auf Englisch wurde er aufgefordert sein Sicherheitssystem zu verbessern.

So sah die Homepage nach dem Hack aus.
So sah die Homepage nach dem Hack aus.

„Alles war weg“, ärgert sich der Arbeitsvermittler. „2500 Euro hat es mich gekostet, eine neue Seite machen zu lassen.“ An sensible Daten sind die Hacker aber nicht gekommen.

Die Seite läuft mittlerweile mit verbesserter Sicherheit wieder.

Bekannt zu dem Anschlag hat sich die Gruppe „JKT48 Cyber Team“ aus Indonesien, eigenen Angaben zufolge im Jahr 2013 gegründet.

Insider rechnen der Gruppierung aktuell 553 gekaperte Webseiten („Decfacements“) zu. Ihr Schwerpunkt liegt darauf, Sicherheitslücken aufzudecken.

Doch nicht allen Hackern geht es darum: Industriespionage und Betrug sind längst im Netz angekommen.

Zwischen 2010 und 2015 zählte das sächsische Innenministerium 15633 Straftaten aus dem Bereich Cybercrime, allein 2014 waren es 2992.

Wobei die Dunkelziffer höher sein dürfte, denn das heimliche Ausspähen bleibt oft unbemerkt …

Seit 2014 versuchen beim Landeskriminalamt Spezialisten wie Rene Klose (v.l.) und Marcel Karras den Hackern das Handwerk zu legen.
Seit 2014 versuchen beim Landeskriminalamt Spezialisten wie Rene Klose (v.l.) und Marcel Karras den Hackern das Handwerk zu legen.
Diese Arbeitsvermittlung in Großenhain griffen die Indonesier an.
Diese Arbeitsvermittlung in Großenhain griffen die Indonesier an.

Fotos: dpa (2), privat (1), Holm Helis (2), Thomas Türpe (1)


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