35c3 in Leipzig: Hacker fordert bedingungsloses Grundeinkommen

Leipzig - Zum Auftakt des Jahreskongresses des Chaos Computer Clubs (CCC) in Leipzig standen am Donnerstag aktuelle politische Themen auf der Agenda.

Zu dem viertägigen Kongress in Leipzig werden rund 16.000 Teilnehmer erwartet. Die Bandbreite der mehr als 160 Vorträge und Workshops reicht vom digitalen Zuhause bis zu den künstlerischen Fähigkeiten von Robotern.
Zu dem viertägigen Kongress in Leipzig werden rund 16.000 Teilnehmer erwartet. Die Bandbreite der mehr als 160 Vorträge und Workshops reicht vom digitalen Zuhause bis zu den künstlerischen Fähigkeiten von Robotern.  © DPA

Der britische Arbeitswissenschaftler Guy Standing sprach sich für konkrete Schritte zu mehr sozialer Gerechtigkeit und die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens aus. "Wir sind in der Mitte einer globalen Transformation", sagte er. Ungleichheit und Unsicherheit in der Gesellschaft seien gewachsen. Einige wenige würden immer mehr von der weltweiten Wirtschaftsleistung bekommen.

Jeder solle ein Recht auf ein Grundeinkommen haben, forderte Standing. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist eine staatliche Leistung, die jeder unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage und ohne Gegenleistung erhält und die ein einigermaßen auskömmliches Leben sichern soll. Gleichzeitig könnte eine Vielzahl anderer Leistungen für einzelne Gruppen wegfallen.

Standing berichtete von einem Pilotprojekt in einem indischen Dorf. Dort habe sich die Ernährungsweise, die Bildung der Kinder oder die Rolle der Frauen nach Einführung des Grundeinkommens signifikant verbessert.

Der zum 35. Mal stattfindende Chaos Communication Congress, kurz 35c3, gehört zu den größten Hacker-Treffen der Welt. In vielen Vorträgen und Workshops stehen technische Details oder Softwarecodes im Mittelpunkt. Inzwischen nehmen aber politische und gesellschaftliche Debatten einen immer größeren Platz im Programm ein.

So gab die Wissenschaftlerin Antonia Hmaidi eine längere Einführung in das Social Credit System. Am Abend stand ein Vortrag von CCC-Sprecher Frank Rieger zur Hackerethik auf dem Programm. Zwei Berliner Hacker wollten zeigen, wie es ihnen gelang, mit Hilfe selbstgebauter Attrappen die Venenerkennung zu überwinden. Im Gegensatz - beispielsweise zum Fingerabdruck - gilt diese bislang als besonders sicheres biometrisches Verfahren zur Identifizierung von Individuen.


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