Durchfallerreger nachgewiesen! Jedes zweite Hähnchen im Handel verseucht

Berlin - Brust oder Keule spielt keine Rolle: Laut einem Medienbericht sind bei Kontrollen von Hähnchen-Frischfleisch im deutschen Einzelhandel in jeder zweiten Probe ein Durchfallerreger nachgewiesen worden.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Anton Hofreiter, fordert bessere Hygiene.
Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Anton Hofreiter, fordert bessere Hygiene.  © Sophia Kembowski/dpa

Knapp 52 Prozent der Hähnchenfleisch-Proben enthielten demnach im vergangenen Jahr den Durchfallerreger Campylobacter. 2011 seien es dagegen nur etwa 32 Prozent der Proben gewesen, wie die "Rheinische Post" aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des Grünen-Fraktionschefs Anton Hofreiter (48) zitiert.

Bei Proben, die das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) direkt an den Schlachthöfen entnahm, sei der Erreger 2017 sogar bei knapp 79 Prozent der Masthähnchen gefunden worden. 2011 seien es erst 40,9 Prozent der Tiere gewesen.

Wie die Zeitung weiter berichtete, können Campylobacter bei Menschen mit geschwächten Immunsystem zu gefährlichen Erkrankungen führen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts führt der Erreger zu 60.000 bis 70.000 gemeldeten Erkrankungen pro Jahr, die Dunkelziffer sei deutlich höher.

Bundesregierung soll für mehr Hygiene und Sicherheit sorgen

Wissenschaftler analysieren Hähnchen-Frischfleisch.
Wissenschaftler analysieren Hähnchen-Frischfleisch.  © DPA (Bildmontage)

"Der Bundesregierung scheint es egal zu sein, dass immer mehr Durchfallerreger im Fleisch zu finden sind und die Zahl der Infektionen steigt. Sie legt ihre schützende Hand lieber über Agrar- und Schlachtindustrie", sagte Hofreiter, der die Bundesregierung in die Pflicht nimmt, für mehr Hygiene auf den Schlachthöfen zu sorgen.

"Dazu gehört, dass sich die Bundesregierung in Brüssel dafür einsetzt, dass die Grenzwerte für Keimbelastung deutlich nachgebessert werden", so der Grünen-Politiker weiter.

Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), sagte der "Rheinischen Post": "Entscheidend ist, dass Schlachthäuser besser kontrolliert und zu verbesserten Hygienemaßnahmen verpflichtet werden".

Der Bundesverband des Lebensmittelhandels wies darauf hin, dass die in den USA zulässige Methode, Keime auf dem Fleisch durch Chlor zu beseitigen, in Europa nicht erlaubt sei. Auf Geflügelfleisch würden deshalb Verzehrhinweise gegeben.

Wer sein Fleisch gut durcherhitzt, tötet die gesundheitsschädlichen Keime sicher ab, so der Verband.

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