Häuslebauer aufgepasst – Posten, die viele Bauherren in ihren Planungen übersehen

Deutschland – Es gibt einige Kosten, um die man beim Hausbau einfach nicht herumkommt. Hierzu gehören beispielsweise der Grundstückskauf, die Materialkosten und die Leistungen der einzelnen Gewerke.

All diese Kostenpunkte müssen in einem umfassenden Kostenplan detailliert aufgeführt werden, um den Überblick über die Baukosten nicht zu verlieren.

Allerdings gibt es auch einige Kosten beim Hausbau, die nicht sofort ins Auge fallen und daher von vielen Bauherren häufig übersehen werden. Auf diese Weise können die anfallenden Kosten schnell aus dem Ruder laufen.

Deswegen sollten sich Bauherren mit den folgenden Aspekten bei der Planung Eures Hausbaus intensiv beschäftigen.

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Kosten für einen baubegleitenden Gutachter

Bei einem Hausbau kommen unterschiedliche Gewerke zum Einsatz, die jeweils andere Schwerpunkte bei ihrer Arbeit setzen.

Für einen Laien ist es schwierig, hier den Überblick zu behalten und zu kontrollieren, ob alles wunschgemäß und in der angemessenen Qualität erledigt wird.

Genau eine solche Kontrolle ist jedoch wichtig, da durch Fehler oder eine ungenügende Kommunikation schnell immens hohe Kosten beim Hausbau und Verzögerungen bei der Fertigstellung entstehen können.

Es lohnt sich häufig, einen baubegleitenden Gutachter einzustellen, der genau diese Aufgaben übernimmt. Er führt eine regelmäßige Qualitätskontrolle durch und stellt sicher, dass alle Arbeiten im Sinne der Bauherren erledigt werden.

Ein solcher Gutachter verfügt über eine hohe Expertise in den unterschiedlichen Aufgabenfeldern, die zum Hausbau gehören.

Außerdem ist es sinnvoll, auf Gutachter mit sehr viel Erfahrung im Hausbau zu setzen, da diese mögliche Komplikationen frühzeitig erkennen und entsprechend zeitnah gegensteuern können.

Kosten für den Keller

Ein Keller im eigenen Haus bietet jede Menge Abstellraum und kann für private Projekte wie ein Billardzimmer oder eine Sauna genutzt werden. Allerdings verursacht ein Keller häufig höhere Kosten beim Hausbau, als Häuser ohne Keller.

Das liegt unter anderem daran, dass es für den Bau eines Kellers viele gesetzliche Vorgaben gibt. So muss etwa die Deckenhöhe mindestens 2,40 m betragen, damit der Keller als Wohnraum genutzt werden darf.

Außerdem entstehen Kosten beim Bau des Kellers selbst. So muss beispielsweise das Erdreich ausgehoben und sichergestellt werden, das Wasser abfließen kann.

Es werden Bodenplatten benötigt, die für einen stabilisierenden Untergrund sorgen und gegebenenfalls müssen neue Wände im Keller gezogen werden. Auch auf die Statik eines Gebäudes hat ein Keller nicht unwesentliche Auswirkungen.

Ebenso benötigt auch ein Keller eigene Fenster, Stromleitungen und Türen, die ebenfalls mit zusätzlichen Kosten zu Buche schlagen. Deswegen sollten sich Bauherren genau überlegen, ob sie tatsächlich einen Keller benötigen oder ob ein kostengünstigeres Haus mit ebenerdigem Fundament nicht ebenfalls genügt.

Kosten für die Elektroinstallation

Aktuell gewinnen Smart Homes immer mehr an Bedeutung. Diese sind auf funktionierende Elektroinstallationen und eine ausgereifte Technik angewiesen.

Deswegen ist es für Bauherren entscheidend, Fragen zur Elektrik bereits frühzeitig bei der Hausplanung einzukalkulieren. So lassen sich hohe Umbaukosten vermeiden, die entstehen, wenn eine bestimmte Technologie erst nachträglich eingebaut werden soll.

Für Laien ist es nahezu unmöglich, solche Kostenschätzungen vorzunehmen. Eine Kooperation mit professionellen Fachhandwerkern ist daher dringend zu empfehlen.

Diese wissen genau, welche Elektrokosten langfristig von den Bauherren zu tragen sind, sodass der Finanzierungsplan entsprechend angepasst werden kann. Außerdem verfügen über sie eine hohe Expertise in Bezug auf die gesetzlichen Vorgaben, die oftmals über den Elektroinstallationen schweben wie ein Damoklesschwert.

Dank einer solchen Beratung lassen sich die anfallenden Kosten sehr genau kalkulieren und möglichst gering halten.

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Kosten für Fenster

Viele Bauherren begeistern sich für die Vorstellung eines besonders hellen und naturverbundenen Hauses. Deswegen planen Sie häufig sehr viele Fenster ein, um Tageslicht in allen Räumen ausnutzen zu können und für eine angenehme Atmosphäre in den Zimmern zu sorgen.

Allerdings stellen solche Fenster einen erheblichen Kostenfaktor dar, der bei der Kostenplanung unbedingt berücksichtigt werden muss.

Bei der Planung sollte daher berücksichtigt werden, dass bestimmte Räume mehr Licht benötigen als andere. So ist es beispielsweise wichtig, dass das Wohnzimmer oder die Kinderzimmer einen höheren Lichteinfall erfordern als beispielsweise die Schlaf- oder Badezimmer.

Entsprechend sollten beim Hausbau die als Wohnzimmer oder Kinderzimmer geplanten Räume in Richtung Süden ausgerichtet und mit großen Fenstern versehen werden. Bei den anderen Zimmern genügt es, wenn sie in Richtung Norden liegen und nur über kleinere Fenster verfügen. Außerdem sollte die Anzahl der Fenster möglichst reduziert werden.

In der Regel ist es sowohl von der Helligkeit als auch vom Preis sinnvoller, wenige große als viele kleine Fenster zu verwenden.

Kosten für das Heizungssystem

In der Finanzplanung eines Hauses werden in der Regel die Anschaffungskosten für ein Heizsystem berücksichtigt. Abhängig davon, ob es sich um eine Ölheizung, eine Gasheizung oder ein anderes System handelt, fallen jeweils andere Kosten an.

Außerdem ist bei der Auswahl des Heizsystems entscheidend, in welcher Umgebung das Haus gebaut wird. Die Anschaffungskosten entscheiden jedoch nicht allein darüber, wie viel Geld für das Heizsystem eingeplant werden muss, da es meist die laufenden Betriebskosten sind, die mit hohen Beträgen zu Buche schlagen.

Bauherren sollten die Faktoren unbedingt einkalkulieren, die mit den unterschiedlichen Heizungssystemen einhergehen. So müssen beispielsweise für eine Pelletheizung regelmäßig neue Pellets eingekauft werden. Ähnliches gilt für Öl- und Gasheizungen, die zwar in der Anschaffung recht günstig sind, dafür aber recht hohe Nebenkosten verursachen.

Außerdem ist angesichts des Klimawandels davon auszugehen, dass Öl- und Gasheizungen weniger zukunftsträchtig sind als andere, umweltverträglichere Systeme, die streckenweise sogar staatlich bezuschusst werden.

Derlei Kriterien sind bei der Planung des Heizungssystems für das Haus zu berücksichtigen., um nicht später von extrem hohen Kosten überrascht zu werden.

Kosten für die Dämmung

Leider werden die Kosten für eine Dämmung des Hauses von vielen Bauherren nach wie vor kaum berücksichtigt. Dabei können hier je nach Art der Dämmung viele tausend Euro anfallen. Einige Dämmmaßnahmen bieten sich langfristig als Mittel der Wahl an, weil hierdurch Heizkosten gespart werden können.

Andere sind sogar staatlich vorgegeben. Sich mit den verschiedenen Möglichkeiten bei der Hausplanung und den verschiedenen Trends der Baubranche auseinanderzusetzen, um die individuell beste Lösung zu finden, sollte für den Häuslebauer obligatorisch sein.

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Kosten für Genehmigungen und Verträge

Eine zentrale Komponente der Baunebenkosten, die von zahlreichen Bauherren nicht berücksichtigt wird, sind die Kosten für die Genehmigungen und Verträge.

So muss zum Beispiel eine Baugenehmigung eingeholt werden, bevor mit dem Hausbau überhaupt angefangen werden kann.

Außerdem müssen Gebühren für einen vom Notar erstellten Kaufvertrag sowie Maklerprovisionen eingeplant werden. Auch eine Bauvertragsprüfung ist nötig, um den Hausbau in die Wege leiten zu können.

Ebenfalls ein Bestandteil der Baunebenkosten sind die anfallenden Steuern. So muss beispielsweise eine Grunderwerbssteuer gezahlt werden, um das Grundstück für den Bau überhaupt kaufen zu können.

All diese Baunebenkosten müssen unbedingt in die Planung einbezogen werden. Einzeln verursachen sie zwar nur relativ geringe Kosten, können in der Summe allerdings schnell ein erhebliches Loch ins Budget reißen.

Kosten für Versicherungen

Damit die Bauherren selbst, aber auch alle am Bau beteiligten Personen, während der Bauphase bestmöglich abgesichert sind, ist es wichtig, für den Bau notwendige Versicherungen abzuschließen. Hierzu gehören beispielsweise eine Bauherrenhaftpflicht und eine Bauleistungsversicherung.

Diese schützen die Bauherren sowohl vor Personen- als auch vor Sachschäden. Hierbei können individuelle Wünsche beim Versicherungsschutz berücksichtigt werden.

So ist es beispielsweise bei einigen Bauvorhaben wichtig, sich speziell gegen Vandalismus abzusichern. In bestimmten Regionen ist es hingegen essenziell, sich vor speziellen Witterungsbedingungen zu schützen. So ist ein Schutz vor Sturmfluten an der Nordsee besonders wichtig, in bayerischen Bergregionen hingegen verzichtbar.

Die Feuerrohbauversicherung ist für Bauherren ebenfalls relevant. Sie schützt das Gebäude vor Schäden, die durch Brände entstehen. Das ist besonders dann wichtig, wenn brennbare Baustoffe auf der Baustelle verwendet oder sogar gelagert werden.

Bei einer solchen Versicherung sollte sichergestellt werden, dass sie bis zum Ende der kompletten Bauzeit gilt. Die Kosten für diese Versicherungen müssen unbedingt in die Finanzplanung aufgenommen werden.

Durch individuelle Anpassungen ist es möglich, nur für das zu bezahlen, wogegen man sich tatsächlich absichern möchte. Somit bleiben die Kosten für die Versicherungen in einem kalkulierbaren Rahmen.

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