Neugeborenes in Müllsack entsorgt: Baby hatte nur noch 31 Grad Körpertemperatur

Hagen/NRW - Sie soll ihr Kind heimlich zur Welt gebracht und das Neugeborene in einem verknoteten Müllsack neben dem Haus entsorgt haben: Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung hat die Staatsanwaltschaft Hagen nun Anklage gegen eine Mutter aus Kierspe im Märkischen Kreis erhoben.

Das Baby wurde gerade noch rechtzeitig gefunden. (Symbolbild)
Das Baby wurde gerade noch rechtzeitig gefunden. (Symbolbild)  © paulphoto/123rf

"Ich gehe davon aus, dass sie gemerkt hat, dass das Kind lebte als sie es dort abgelegt hat", sagte der ermittelnde Staatsanwalt der Deutschen Presse-Agentur.

Das Kind war demnach mit einer Körpertemperatur von nur noch 31 Grad Celsius gefunden worden und drohte zu sterben.

Den nun abgeschlossenen Ermittlungen zufolge soll die Deutsche ihre Schwangerschaft vor ihrem Verlobten und Kindsvater verborgen und das Mädchen schließlich im Juni ohne Unterstützung im heimischen Badezimmer zur Welt gebracht haben.

Kurz darauf soll die Frau das Baby in Handtücher gewickelt, in den Müllsack gesteckt und diesen in den Garten gelegt haben - zusammen mit dem Hausmüll.

In einer ersten Befragung hatte die Frau ihr Vorgehen mit Ängsten erklärt, sich später aber nicht mehr zu den Vorwürfen geäußert. "Zum Motiv kann ich deshalb nichts sagen", sagte der Staatsanwalt.

Anhaltspunkte, dass die Frau vermindert schuldfähig sei, habe er jedenfalls nicht. Die Frau lebte mit ihrem Verlobten und einer gemeinsamen einjährigen Tochter zusammen.

Hilfetelefon: Das kostenlose, barrierefreie und 24 Stunden erreichbare Hilfetelefon "Schwangere in Not" (Nummer: 0800 40 40 020) ist eine erste Anlaufstelle, die bei Bedarf auch eine fremdsprachige Beratung anbietet. Online-Angebot: Informationen und anonyme Beratung gibt es auch online unter www.geburt-vertraulich.de. Schwangere können sich zudem anonym online beraten lassen.

Der Fall landet nach den Ermittlungen der Polizei jetzt vor Gericht.
Der Fall landet nach den Ermittlungen der Polizei jetzt vor Gericht.  ©  Jakub Janele / 123rf

Titelfoto: paulphoto/123rf

Mehr zum Thema Polizeimeldungen:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0