Mord: Mann sticht 24 Mal auf Ex-Schwager ein

Auf dem Gehweg hinterließ der Angeklagte zahlreiche Spuren.
Auf dem Gehweg hinterließ der Angeklagte zahlreiche Spuren.  © DPA

Gütersloh/Hagen - Lebenslang muss jetzt ein 60-jähriger Serbe aus Gütersloh in den Knast. Der Mann hatte am 15. Mai seinen Ex-Schwager auf offener Straße attackiert und ihn mit 24 Messerstichen niedergestreckt. Ein Stich ging dabei direkt ins Herz und war tödlich für das 53-jährige Opfer.

Härter als gedacht fiel nun das Urteil aus, war der Serbe doch ursprünglich wegen Totschlags angeklagt. Der Richter des Schwurgerichts in Hagen sah es allerdings als erwiesen an, dass die Tat ein Mord war.

Gegen 16.20 Uhr hatte sich damals die brutale Bluttat im Stadtteil Haspe in Hagen abgespielt. Vor einer großen Anzahl an Augenzeugen eskalierte ein Familienstreit, der in einem Mord endete.

Insgesamt 28 Jahre lang lebte der Serbe mit seiner Frau und den fünf gemeinsamen Kindern in Gütersloh. Schon damals kam es häufiger zu brutalen Übergriffen auf seine Frau. Schließlich zog sie die Reißleine und verschwand aus der gemeinsamen Wohnung.

Trotzdem ließ sie ihr Mann nicht in Ruhe. "Er stand jeden Tag vor meiner Tür, war aggressiv, hat mich bedroht", erklärte die 49-jährige Frau laut der Neuen Westfälischen, die als Zeugin vor Gericht geladen war.

Am Tattag redete der Angeklagte auf seinen ehemaligen Schwager ein, um ihn zu überreden, die Schwester davon zu überzeugen, dass sie zu ihm zurückkehre. Als dieser sich weigerte, holte der 60-Jährige aus seinem Mercedes ein Messer und stach wie wild auf den Mann ein, ehe er sich wieder in sein Auto setzte und davon brauste. "Es war wie in einem Horrorfilm", gab ein Augenzeuge an vor Gericht an.

Schon während des Prozesses wies der Vorsitzende Richter Marcus Teich darauf hin, dass eine Verurteilung wegen Mordes möglich sei, da die Behauptung des Serben, dass er vor der Tat eine halbe Flasche 80-prozentigen Slibowitz getrunken und daher volltrunken gewesen sei, nicht zu den gemessenen 1,15 Promille passe.

Letztendlich glaubte ihm der Richter kein Wort und erklärte in seiner Urteilsbegründung, dass der Angeklagte seine Ex-Frau mit aller Gewalt zurückgewinnen wollte und daher aus niederen Beweggründen seinen ehemaligen Schwager ermordet habe.

Titelfoto: DPA


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0