Brand in Asylbewerber-Unterkunft: Anklage gegen Bewohner erhoben

Hainichen/Chemnitz - Nach dem Brand in einer Asylunterkunft am Ottendorfer Hang in Hainichen hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz nun Anklage gegen einen 33 Jahre alten Tunesier erhoben.

An Fenster und Balkon sind deutlich Rußspuren zu erkennen
An Fenster und Balkon sind deutlich Rußspuren zu erkennen

Dem Mann wird fahrlässige Brandstiftung, fahrlässige Körperverletzung und Nötigung vorgeworfen.

Der Tunesier steht im Verdacht am frühen Morgen am 10. Dezember entweder aus Unachtsamkeit oder wegen seiner Alkoholisierung eine brennende Zigarette auf einem Tisch abgelegt haben. Anschließend sei er eingeschlafen.

"Dies hatte für ihn vorhersehbar und vermeidbar zur Folge, dass die Zigarette vom Tisch auf einen Polsterstuhl rollte, der sich durch die Hitzeeinwirkung entzündete und selbständig weiterbrannte. Von diesem Stuhl griff das Feuer auf den Bodenbelag und weiteres Mobiliar über, das nahezu vollständig zerstört wurde", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Nachdem der 33-Jährige das Feuer bemerkt hatte, hinderte er Wachleute am Löschen des Brandes. Dazu stemmte er sich von innen gegen seine Zimmertür. Das Feuer breitete sich daraufhin weiter aus. Erst als der Tunesier wegen des starken Rauchs auf den Balkon flüchtete, konnten die Wachleute in das Zimmer.

Die übrigen Bewohner des Heims mussten evakuiert werden. Nach Polizeiangaben vom Dezember stand die Wohnung beim Eintreffen der Rettungskräfte in Vollbrand. Insgesamt entstand ein Schaden von rund 24.000 Euro. Die dritte und vierte Etage des Heims war nach dem Feuer zunächst nicht mehr bewohnbar.

Sowohl der Tunesier als auch einer der Wachleute erlitten Rauchgasvergiftungen und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Dort wurde der Bewohner wenige Tage nach dem Brand festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Ein Termin für die Hauptverhandlung steht noch nicht fest.

Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die Wohnung bereits in Vollbrand.
Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die Wohnung bereits in Vollbrand.  © Haertelpress

Titelfoto: Haertelpress

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