Hakenkreuze auf jüdischen Gräbern: So reagiert die Gemeinde!

Straßburg - Nach der Schändung ihres jüdischen Friedhofs will die elsässische Gemeinde Quatzenheim ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.

Der französische Innenminister Christophe Castaner zu Besuch auf dem jüdischen Friedhof in Quatzenheim.
Der französische Innenminister Christophe Castaner zu Besuch auf dem jüdischen Friedhof in Quatzenheim.

Für Sonntag lädt das Rathaus zu einer Solidaritätsversammlung, um Unterstützung für die jüdische Gemeinschaft in der Region zu zeigen.

Das Treffen solle "Empörung angesichts dieses niederträchtigen Aktes" zum Ausdruck zu bringen, heißt es auf der Webseite des Quatzenheimer Rathauses.

Unbekannte hatten in der vergangenen Woche mehr als 80 Gräber des jüdischen Friedhofes mit blauen und gelben Hakenkreuzen beschmiert. Der Vorfall löste in ganz Frankreich Empörung aus und befeuerte die ohnehin schon breite Debatte über Antisemitismus im Land. Wie Zahlen des Innenministeriums zeigen, war die Zahl judenfeindlicher Vorfälle 2018 sprunghaft angestiegen: um knapp drei Viertel auf 541.

Tausende Franzosen gingen in den vergangenen Wochen gegen das Aufflammen des Antisemitismus auf die Straße. Präsident Emmanuel Macron reiste nach Quatzenheim und verurteilte die Tat. Kurz darauf kündigte er neue Maßnahmen im Kampf gegen den Antisemitismus an - unter anderem ein neues Gesetz gegen Hass im Internet.

Die mit Hakenkreuz beschmierten Grabsteine im elsässischen Quatzenheim bei Straßburg.
Die mit Hakenkreuz beschmierten Grabsteine im elsässischen Quatzenheim bei Straßburg.  © DPA

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