Beschlossene Sache nach Halle-Anschlag: Kiez-Dönerladen wurde verschenkt

Halle (Saale) - Der Imbiss "Kiez-Döner", einer der Tatorte beim rechtsextremen Terroranschlag in Halle, gehört künftig den Mitarbeitern, die während des Angriffs dort gearbeitet haben.

Der bisherige Inhaber Izzet Cagac (l.) verschenkte den Kiez-Döner an seinen Mitarbeiter Ismet Tekin, der ihn gemeinsam mit Bruder Rifat führen wird.
Der bisherige Inhaber Izzet Cagac (l.) verschenkte den Kiez-Döner an seinen Mitarbeiter Ismet Tekin, der ihn gemeinsam mit Bruder Rifat führen wird.  © Alexander Prautzsch/dpa

Der bisherige Betreiber Izzet Cagac überreichte bei der offiziellen Wiedereröffnung am Samstag den Brüdern Ismet und Rifat Tekin eine entsprechende Geschenk- und Abtretungsvereinbarung.

"Ich wünsche meinen Nachfolgern viel Kraft, um das schreckliche Ereignis vom 09.10.2019 zu verarbeiten und viele Kunden unterschiedlicher Kulturen und Religionen", heißt es in dem Schreiben.

Bei der Übergabe betonte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), wie wichtig der Neustart sei. Das Bistro sei unter anderem bei Studenten Bestandteil der kulturellen Identität der Stadt. Die Universität Halle liegt in der Nähe des Imbisses.

Vor gut fünf Wochen hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, in einer Synagoge ein Massaker anzurichten. Er scheiterte an einer verschlossenen Tür und erschoss vor dem Gotteshaus eine zufällig vorbeilaufende Frau und kurz darauf einen Mann in dem nahen Dönerladen.

Der Täter wurde später festgenommen und räumte ein antisemitisches und rechtsextremes Motiv ein.

Der Bereich vor dem Dönerimbiss wurde zu einer Gedenkstätte für die Opfer des Anschlags.
Der Bereich vor dem Dönerimbiss wurde zu einer Gedenkstätte für die Opfer des Anschlags.  © Jan Woitas/dpa

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