Lieder, Kränze, Mahnwachen: Sachsens Bürger gedenken Halle-Opfern

Dresden/Chemnitz - Nach dem rechtsextremen Anschlag in Halle mit zwei Toten haben mehr als 1000 Dresdner ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde bekundet. Am Abend bildeten sie wie in anderen deutschen Städten eine Menschenkette um die Synagoge. Auch in Chemnitz gab es eine Mahnwache vor der Synagoge.

Hunderte Menschen kamen Freitagabend zur Dresdner Synagoge, um nach dem Anschlag von Halle ihre Solidarität zu bekunden.
Hunderte Menschen kamen Freitagabend zur Dresdner Synagoge, um nach dem Anschlag von Halle ihre Solidarität zu bekunden.  © Norbert Neumann

"We shall overcome (Wir werden es überwinden)" erklang es 17.30 Uhr vor der Dresdner Synagoge, gesungen von Hunderten Dresdnern. Aufgerufen zur Veranstaltung hatten die Kirchen, der Rektor der TU Dresden, Oberbürgermeister Dirk Hilbert (47, FDP) und Innenminister Roland Wöller (49, CDU).

Hilbert erklärte, er wolle den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde und allen Dresdnern ein Vesprechen abgeben und er würde sich freuen, wenn sich dem viele anschließen würden. "Ich verspreche, dass diese Solidarität, die wir heute zeigen, nicht nur ein Symbol ist. Diese Solidarität ist Inhalt und Richtschnur meines täglichen Handelns. Ich verspreche, dass ich Rassismus und Antisemitismus mit aller Kraft und mit Autorität entgegentreten werde. Egal wo und wie sie auftreten."

"Es ist gut zu wissen, dass wir nicht allein sind. Das tut uns gut", so die Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden, Nora Goldenbogen (70). Es nahmen u.a. auch Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (45, SPD), Umweltminister Thomas Schmidt (58, CDU) und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (62, SPD) teil.

Am Rande der Veranstaltung kam es zu einem Eklat, als AfD-Vertreter Blumen niederlegen wollten. Die Jüdische Gemeinde und weitere Bürger verwahrten sich dagegen, es kam zu hitzigen Wortgefechten. Die Polizei musste schlichten. Aufgebrachte Veranstaltungsteilnehmer warfen die Kränze am Ende in einen Mülleimer.

Nora Goldenbogen (70) und der Rabbiner Akiva Weingarten (34) dankten den Dresdnern für ihre Unterstützung.
Nora Goldenbogen (70) und der Rabbiner Akiva Weingarten (34) dankten den Dresdnern für ihre Unterstützung.  © Norbert Neumann
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (47, FDP) und Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (45, SPD).
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (47, FDP) und Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (45, SPD).  © Norbert Neumann
In Chemnitz versammelten sich ebenfalls mehrere Dutzend Menschen vor der Synagoge.
In Chemnitz versammelten sich ebenfalls mehrere Dutzend Menschen vor der Synagoge.  © Ralph Kunz
Mit Blumen und Kerzen wurde der Opfer von Halle gedacht.
Mit Blumen und Kerzen wurde der Opfer von Halle gedacht.  © Norbert Neumann

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