Nun ist es offiziell: Modekonzern Gerry Weber steckt tief in der Krise

Halle/Westfalen – Dem angeschlagenen Modekonzern Gerry Weber laufen die Investoren in Scharen davon.

Bei Gerry Weber herrscht Leere. Der Konzern steckt tief in der Krise. (Symbolbild)
Bei Gerry Weber herrscht Leere. Der Konzern steckt tief in der Krise. (Symbolbild)  © DPA

Die Nachricht, dass das Unternehmen ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben hat (TAG24 berichtete) ließ den Aktienkurs am Montagmittag um rund 22 Prozent auf 3,20 Euro einbrechen. Damit wurde der niedrigste Stand seit 15 Jahren erreicht.

Das Gutachten, das einen tief greifenden Konzernumbau unterstützen soll, soll bis Mitte Oktober vorliegen, hatte Gerry Weber am späten Freitagabend mitgeteilt.

Der Modehändler mit rund 6500 Mitarbeitern hatte vor wenigen Tagen seine Aktionäre mit enttäuschenden Zahlen zu den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres geschockt. Gerry Weber bekam zu spüren, dass die Kunden auch wegen des heißen Sommers weniger für Mode ausgaben.

Zudem setzt der Onlineboom dem stationären Handel schwer zu. Der Umsatz sank spürbar, der Verlust verdoppelte sich. Auch die Aussichten wertete das Unternehmen pessimistischer.

Der Konzern stecke nun auch offiziell in der Misere, schrieb Analyst Jörg Frey von Warburg Research. Für Gerry Weber werde es wohl ein Problem, die Nettoverschuldung zu refinanzieren.

Branchenbeobachter sehen bei den Westfalen vor allem Probleme bei der Markenpositionierung und der Online-Präsenz. Gerry Weber hat sich hauptsächlich auf ältere weibliche Kunden spezialisiert und zu viele Filialen eröffnet. Zudem muss der Modekonzern beim Geschäft im Internet aufholen.


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