Nach Attentat: Kiez-Döner öffnet bald wieder und zeigt rührende Geste

Halle (Saale) - Neben der Synagoge im Paulusviertel in Halle war der Kiez-Döner auf der Ludwig- Wucher-Straße ein weiterer Tatort des Attentäters Stephan B. Mitte November will der Laden das erste Mal nach der Tat wieder öffnen - mit einer rührenden Geste.

Ein Mitarbeiter des Kiez Döners legt Blumen am Gedenkort vor dem Imbiss ab.
Ein Mitarbeiter des Kiez Döners legt Blumen am Gedenkort vor dem Imbiss ab.  © Hendrik Schmidt/dpa

Der Merseburger Kevin S. wurde am 9. Oktober im Kiez Döner von Neonazi Stephan B. auf der Ludwig-Wucher-Straße in Halle erschossen. Danach machte der Imbiss erst einmal dicht. Alle Spuren vor Ort wurden gesichert und vor dem Laden errichteten Anwohner einen Gedenkort voller Kerzen und Blumen.

Am 16. November nun soll der Kiez Döner neu eröffnen. Das Datum kommt nicht von ungefähr: "Im Islam trauern wir 40 Tage, nach 40 Tagen wollen wir deshalb unseren Laden wieder öffnen", verspricht Inhaber Izzet Cagac während des Gedenkevents "Hallezusammen" mit.

Für die Solidarität der Anwohner möchte er sich bedanken und will deshalb, und in Gedenken an die getöteten Jana L. und Kevin S., am 16. und 17. November das Essen umsonst an seine Kunden verteilen. Auch ein Kondolenzbuch wird an beiden Tagen ausliegen, in dem man etwas hineinschreiben kann.

Zuletzt hatte der Dönerladen von Internet-Trollen schlechte Bewertungen auf Google bekommen, weil er am Tag nach dem Attentat nicht geöffnet hatte. Zahlreiche Hallenser wirkten dem entgegen, in dem sie stattdessen positive Kommentare auf der Seite hinterließen. (TAG24 berichtete)

Dieses Aufmunterungsschreiben haben Nachbarn an die Scheibe des Imbisses geklebt.
Dieses Aufmunterungsschreiben haben Nachbarn an die Scheibe des Imbisses geklebt.  © Jan Woitas/dpa

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