Sind Deutsche bald in der Unterzahl? AfD-Stadtrat hat Angst vor Überfremdung

Halle (Saale) - AfD-Stadtrat Alexander Raue (45) befürchtet, dass Deutsche durch "Überfremdung" aus Halle (Saale) verdrängt werden. Mit 26 Fragen an die Stadtverwaltung sorgte der Politiker für Empörung bei seinen Kollegen. Doch hat er mit seinen Vermutungen vielleicht sogar recht? Jetzt hat die Verwaltung reagiert.

Mit 26 Fragen zum Thema "Überfremdung in Halle" sorgte ein AfD-Abgeordneter nun für Kopfschütteln. (Symbolbild)
Mit 26 Fragen zum Thema "Überfremdung in Halle" sorgte ein AfD-Abgeordneter nun für Kopfschütteln. (Symbolbild)  © DPA

Wie die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG berichtet, wollte der AfD-Politiker unter anderem wissen, in welchen Vierteln deutsche Bürger innerhalb der nächsten 20 Jahre nur noch Minderheiten bilden werden. "Es ist nicht ersichtlich, dass in einem Stadtteil von Halle deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in der Minderheit sein werden", lautet die Antwort der Verwaltung.

Der Ausländeranteil betrage in der 238.000-Einwohner-Stadt im südlichen Sachsen-Anhalt 9,5 Prozent (Stand Juni 2018). Die meisten von ihnen leben in der südlichen Neustadt. Dort betrug der Ausländeranteil 29 Prozent. 2014 waren es noch 14 Prozent. Mit diesen Zahlen bildet der Stadtteil jedoch eine enorme Ausnahme. Im Paulusviertel zum Beispiel waren 2018 nur 4,7 Prozent Einwohner ausländischer Herkunft.

4000 Personen hätten den Angaben zufolge eine doppelte Staatsbürgerschaft, davon leben etwa 570 in der Südlichen Neustadt.

Raue wollte auch wissen, ob zu erwarten sei, dass Deutsche wegen einer muslimischen Mehrheitsgesellschaft in andere Stadtteile flüchten müssen. Dazu Katharina Brederlow, Beigeordnete für Soziales: "Diese Annahme ist absurd!"

Der 45-jährige Politiker will laut MZ nun vor allem die Entwicklungen in Halle-Neustadt im Blick behalten. Die AfD plane einen Antrag, der eine weitere Zuwanderung von Ausländern in dem Stadtteil verhindert.

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