Straftäter bekommen keinen Besuch und keine Geschenke zu Weihnachten

Auf dem Speiseplan geht es in vielen Gefängnissen festlicher zu als sonst.
Auf dem Speiseplan geht es in vielen Gefängnissen festlicher zu als sonst.  © 123RF

Raßnitz/Halle/Burg - Für die Gefangenen in Sachsen-Anhalt wird es an den Weihnachtsfeiertagen keinen Extra-Besuch geben.

Auch bei regulären Besuchen erhalten sie von Angehörigen keine Geschenke oder gar Weihnachtsessen, wie das Justizministerium auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Stattdessen gibt es viele Sportangebote, um die Zeit zu füllen, Gottesdienste sind geplant und auch der Speiseplan sieht Festlicheres vor als sonst. In den Gefängnissen saßen zum Monatsbeginn laut Ministerium rund 1550 Menschen ein.

"Für viele Gefangene ist das Weihnachtsfest von besonderer Bedeutung, aber nur wenige lassen sich eine emotionale Regung anmerken", hieß es aus der Jugendanstalt Raßnitz. Für sie sei es einerseits schmerzhaft, das Weihnachtsfest alleine ohne Freunde und Familie begehen zu müssen. Andererseits gebe es viele Gefangene, die gar keine familiären Kontakte hätten. Aus dem Gefängnis Halle hieß es, an den Feiertagen seien vor allem die Seelsorger besonders aktiv.

Hinter den Gefängnismauern werden in der Weihnachtszeit eine Reihe von Freizeitturnieren angeboten. In Raßnitz reicht das von Skat, Billard, Dart, Fußball über Tischtennis bis zu Volleyball. Im größten Gefängnis des Landes in Burg gibt es über die Feiertage ebenfalls Turniere: Am 24. im Badminton, am 27. und 28. mit Dartpfeilen und an Silvester Tischtennis.

Geschenke gibt es keine für die Häftlinge - aber vielerorts immerhin einen Weihnachtsbaum.
Geschenke gibt es keine für die Häftlinge - aber vielerorts immerhin einen Weihnachtsbaum.  © DPA

In allen Gefängnissen sind Extra-Besuchstermine für Familie, Freunde oder Angehörige ausgeschlossen - auch wegen des Gleichbehandlungsgrundsatzes.

Wer in der Weihnachtszeit regulär Besuch erhält, darf von den Angehörigen oder Freunden aber keine Geschenke oder kein Essen im Empfang nehmen. Das wird mit dem hohen Aufwand für die nötigen Kontrollen begründet. Bei Kinderweihnachtsfesten konnten die Gefangenen ihren Söhnen und Töchtern umgekehrt aber selbst gebastelte Geschenke mitgeben. In Burg haben die Inhaftierten Anfang des Monats beispielsweise Gestecke gebastelt und Gipsfiguren bemalt.

Auf dem Speiseplan geht es aber festlicher zu als sonst. An Heiligabend werden zwar noch einfach Kartoffelsalat und Würstchen serviert. In Raßnitz gibt es am ersten Feiertag Entenkeule mit Rotkohl und Klößen, am zweiten Feiertag Wildgulasch mit Rosenkohl und Kartoffeln. Im Gefängnis Volkstedt werden Sauerbraten mit Klößen und Rotkohl gereicht sowie Kaninchenkeule mit Kartoffeln und Rosenkohl.

Sie können hinter Gefängnismauern aber auch selbst zum Kochlöffel greifen. In der Sicherungsverwahrung im Gefängnis Burg gibt es einen gesonderten Kochkurs, wie das Justizministerium weiter mitteilte. "Die Untergebrachten backen und kochen mit den Ehrenamtlichen und verspeisen im Anschluss das selbst hergestellte Essen." Plätzchen seien zuvor schon gebacken worden.

Und auch viele andere Gefangene bereiteten sich in den Stationsküchen eigene Weihnachtsmenüs zu. "In den Tagen vor Weihnachten besteht über den Anstaltskaufmann die Gelegenheit, entsprechendes Geflügel, Ente, Gans und ähnliches zu erwerben."

Titelfoto: DPA


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