"Ich will nach Las Vegas!" Irrer entführt Bus, Fahrer wird danach gefeuert

Ein Bus der Linie 22 wurde im Juli in Halle (Saale) entführt. Später wurde Fahrer Ralf S. (47) entlassen, der Kidnapper (34) sitzt in U-Haft. (Symbolbild)
Ein Bus der Linie 22 wurde im Juli in Halle (Saale) entführt. Später wurde Fahrer Ralf S. (47) entlassen, der Kidnapper (34) sitzt in U-Haft. (Symbolbild)  © havag.de

Halle (Saale) - Mit der Absicht, "nach Las Vegas" zu wollen, hat ein 34-jähriger Syrer im Juli einen Linienbus entführt. Der Fahrer machte zwar alles, was der Kidnapper verlangte. Dennoch wurde er zwei Wochen später entlassen.

Szenen, die man sonst nur aus dem Kino kennt, spielten sich am 29. Juli in der Hallenser Innenstadt ab. Gegen 21.45 Uhr hatte sich der 34-Jährige im Blumenauweg einem Bus der Linie 22 in den Weg gestellt und ihn armwedelnd zum Halten gebracht.

Der Fahrgast gab an, nach Las Vegas zu wollen. Busfahrer Ralf S. sagte nun in einem Interview mit der "MZ", dass er dem Syrer mitteilte, der Weg sei etwas zu weit.

Mehrfach habe er den Busfahrer angeschrien und gedroht, ihn zu schlagen. Der 47-Jährige fuhr ängstlich los, der Entführer stand die ganze Zeit neben ihm. Im Bus befanden sich vier weitere junge Fahrgäste.

Der Kidnapper meinte nicht die Stadt Las Vegas, sondern die gleichnamige Diskothek an der Ecke An der Magistrale/Hallorenstraße. Einige rote Ampeln habe er überfahren und Glück gehabt, dass ihm keine Straßenbahn in den Weg kam, so S..

Der 34-Jährige stieg am "Las Vegas" aus, bedankte sich sogar noch für die Mitfahrt. Später wurde bekannt, dass er in der Disko einen Gast mit einem Messer bedrohte und eine Scheibe einschlug.

Ralf S. wurde krankgeschrieben und zwei Wochen nach der Entführung vom Omnisbusbetrieb Saalekreis (OBS) entlassen, so die "MZ". Der OBS behauptete, dass dies keinen Zusammenhang habe. S. denkt, das hängt damit zusammen, dass er das Thema "Notknopf" angesprochen hatte. Den hatte er während der Horror-Fahrt gedrückt, in der Hoffnung, die Leitzentrale hört mit und kommt ihm zu Hilfe - vergebens.

Nach der Entführung und dem Übergriff in der Diskothek wurde der 34-jährige Syrer in eine Psychiatrie eingewiesen. Seit der dortigen Entlassung sitzt er in U-Haft. Im Januar beginnt der Prozess gegen den Bus-Kidnapper.


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