Eklat! Ex-Mister Germany von Richter aus Verhandlung geschmissen

Der Ex-Mister Germany steht wegen versuchten Mordes vor Gericht. Am Donnerstag wurde er von der Verhandlung ausgeschlossen.
Der Ex-Mister Germany steht wegen versuchten Mordes vor Gericht. Am Donnerstag wurde er von der Verhandlung ausgeschlossen.  © DPA

Halle (Saale) - Der Prozess um Adrian Ursache (42) sorgt weiter für Aufsehen: Immer wieder versuchte der ehemalige Mister Germany bereits, den Prozessablauf zu behindern. Nun wurde er vom Vorsitzenden Richter rausgeschmissen!

1998 wurde er zum schönsten Mann Deutschlands gekürt. Keine 20 Jahre später ist sein Fall kaum noch zu stoppen. Adrian Ursache, geboren in Rumänien, wird in Halle an der Saale der Prozess gemacht. Vorwurf: Versuchter Mord!

Am 25. August 2016 hatte der 42-Jährige im Zuge einer Zwangsräumung seines Grundstücks in Reuden (Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt) auf einen Polizisten geschossen und diesen am Hals getroffen. Ursache selbst wurde beim Schusswechsel - wie der Beamte auch - schwer verletzt.

Adrian Ursache hatte auf seinem Anwesen in Reuden den Fantasiestaat "Königreich Ur" ausgerufen. Er soll den Reichsbürgern nahestehen und die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugnen.

Nun der Eklat vor Gericht. Seit Prozessauftakt letzte Woche Montag hat der Deutsch-Rumäne immer wieder Befangenheitsanträge gestellt, so auch am Donnerstag. Diese sind laut MZ immer nahezu wortgleich mit den vorangegangen, die jeweils vom Gericht als unzulässig abgewiesen worden waren.

In einer von der Polizei abgesicherten Kolonne wurde Adrian Ursache vors Gericht in Halle/Saale gebracht.
In einer von der Polizei abgesicherten Kolonne wurde Adrian Ursache vors Gericht in Halle/Saale gebracht.  © DPA

Am Donnerstag tauchte mit Martin Kohlmann Verteidiger Nummer drei auf. Und der ehemalige Landesvorsitzende der Republikaner fängt direkt an, weitere Anträge zu stellen.

Die Anwesenheit der Sicherheitskräfte im Verhandlungssaal, die zum eigenen Schutz stets vermummt anwesend sind, sei "einschüchternd und beängstigend."

Kohlmann legte sich beim Prozess immer wieder mit seinem Verteidigerkollegen Hartwig Meyer, Ursaches 1. Pflichtverteidiger, an und wollte ihn entpflichten lassen. Der Zwist auf der Verteidigerbank schaukelt sich immer weiter nach oben, bis das Gericht versucht, die Beweisaufnahme erneut fortzusetzen.

Doch ehe der Vorsitzende Richter Jan Stengel damit beginnen konnte, hält der Ex-Schönheitskönig einen Antrag in der Hand, den er vom ersten Prozesstag an immer wieder vorgelesen hatte. Daraufhin unterbrach das Gericht den Prozess und beriet sich.

Es kam, was kommen musste und immer wieder angedroht wurde: Adrian Ursache wird wegen Störung der Beweisaufnahme von der Verhandlung ausgeschlossen. Im Vorfeld hatte Ursaches Mutter Antoinetta ihren Sohn angefleht. "Du bist hier nicht im Showgeschäft", sagte die extra vom Bodensee angereiste Frau. Doch Adrian schüttelte nur den Kopf.

Am heutigen Freitag wird der Prozess fortgesetzt. Dann auch wieder mit Neu-Verteidiger Martin Kohlmann.


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