Mutter gesteht: Babys geboren und dann in Tiefkühltruhe gesteckt

Halle (Saale) - Vor dem Landgericht in Halle beginnt an diesem Donnerstag der Prozess gegen Steffi S., die zwei neugeborene Kinder getötet haben soll. Sie ist wegen Totschlags angeklagt.

In dem Wohnhaus in Benndorf (Mansfeld-Südharz) fand die Polizei schließlich zwei Babyleichen.
In dem Wohnhaus in Benndorf (Mansfeld-Südharz) fand die Polizei schließlich zwei Babyleichen.  © DPA

Die 46-Jährige soll 2004 ihre Schwangerschaft versteckt haben. Als in ihrer Wohnung in Helbra (Mansfeld-Südharz) ein gesundes Mädchen zur Welt kam, steckte sie es laut Anklage in eine Plastiktüte und legte das Baby in den Gefrierschrank.

Vier Jahre später brachte die Frau nach einer erneut verborgenen Schwangerschaft in ihrer Wohnung nunmehr in Benndorf einen gesunden Jungen zur Welt, den sie ebenfalls in die Tiefkühltruhe gesteckt haben soll.

Die 46-Jährige hatte mit einer Tochter im Teenageralter in dieser Wohnung gelebt. Sie hat auch einen volljährigen Sohn. Ihr Ex-Partner Uwe W. hatte Anfang Januar 2018 die Polizei gerufen, weil es in der Wohnung einen toten Säugling gebe.

Die Beamten fanden dann zwei Babyleichen.

Update, 12.30 Uhr: Die Mutter hat am Donnerstag vor dem Landgericht in Halle ein Geständnis abgelegt. Die 46-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt. Sie gab zu, 2004 in Helbra und 2008 in Benndorf jeweils ein Kind im heimischen Bad zur Welt gebracht zu haben. Die Babys steckte sie in Plastiktüten verpackt in den Tiefkühlschrank. Ihre Schwangerschaft habe sie mit legerer Kleidung verborgen, sagte sie.

Die Frau begründete die Tötung der Säuglinge damit, dass ihr Partner keine weiteren Kinder haben wollte. Im Haushalt lebten bereits eine Tochter und ein Sohn. Das Paar ist seit Ende 2017 getrennt. Der Ex-Partner der 46-Jährigen hatte Anfang Januar 2018 die Polizei gerufen, weil es in der Wohnung einen toten Säugling gebe. Die Beamten fanden dann zwei Babyleichen. Der 55-jährige soll indes schon länger von einem toten Kind im Tiefkühler gewusst haben.

Titelfoto: DPA


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