Wie starb Asylbewerber Oury Jalloh wirklich? Demo fordert Aufklärung

In Halle (Saale) fordern Aktivisten am Samstag die Aufklärung des Todes von Oury Jalloh. (Archivbild)
In Halle (Saale) fordern Aktivisten am Samstag die Aufklärung des Todes von Oury Jalloh. (Archivbild)  © DPA

Halle (Saale) - Die Behörden haben den Fall Oury Jalloh (†36) zu den Akten gelegt. Dagegen will ein breites Bündnis am Samstagnachmittag in Halle (Saale) protestieren. Es fordert, den skandalösen Fall endlich lückenlos aufzuklären.

Um 14 Uhr startet die Demonstration am Steintor und zieht durch die Innenstadt von Halle bis zum Riebeckplatz.

Unter dem Motto "Oury Jalloh - Aufklärung jetzt! Gegen Polizeigewalt und institutionellen Rassismus!" kämpfen die Demo-Teilnehmer gegen das Vergessen und Verdrängen.

Der Asylbewerber Oury Jalloh war am 7. Januar 2005 in einer Polizeizelle in Dessau verbrannt. Laut der offiziellen Version holte der an Händen und Füßen gefesselte Jalloh ein Feuerzeug aus einer Tasche. Damit zündete der alkoholisierte Mann die feuerfeste Matratze an.

Diese Erklärung des krassen Vorfalls wird seit Jahren angezweifelt. Im August dieses Jahres keimte kurz Hoffnung auf, dass es doch noch zu einer lückenlosen Aufklärung von Oury Jalloh Feuertod kommt.

Die Ermittlungen zu dem Fall wurden der Staatsanwaltschaft Halle übertragen. Nachdem neue Gutachten die offizielle Version infrage stellten, sollte die Ermittler in Halle das Verfahren noch einmal komplett durchleuchten.

Doch bereits im Oktober folgte die große Enttäuschung: Die Staatsanwaltschaft Halle stellte das Verfahren ein. Die Ermittler sahen keine weiteren Hinweise, dass jemand anderes den Brand gelegt hatte (TAG24 berichtete).

Dabei enthüllte das ARD-Magazin Monitor nur einen Monat später völlig andere Ermittlungsergebnisse. Demnach soll Jalloh neuen Erkenntnissen zufolge mit hoher Wahrscheinlichkeit doch getötet worden sein (TAG24 berichtete).

Das unklare Schicksal des Mannes aus Sierra Leone bewegt weiterhin viele Menschen. Die Demonstration in Halle ist ein verzweifelter Ruf nach Gerechtigkeit.

Titelfoto: DPA


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