Gummibonbon-Riese zerrt Pralinen-Hersteller Halloren vor Gericht

Drei Aktionäre der Halloren Schokoladenfabrik AG ziehen gegen das Unternehmen vor Gericht. Mit dabei: Katjes International.
Drei Aktionäre der Halloren Schokoladenfabrik AG ziehen gegen das Unternehmen vor Gericht. Mit dabei: Katjes International.  © DPA

Halle (Saale) - Streit in der Süßwarenbranche: Der Lakritz- und Gummibonbon-Riese Katjes zerrt die Halloren Schokoladenfabrik aus Halle (Saale) vor Gericht.

Das verwirrende Detail an der Geschichte: Katjes ist selbst Aktionärin der Halloren Schokoladenfabrik AG. Die Beteiligungsgesellschaft der Katjes-Gruppe, Katjes International, hält elf Prozent der Aktien.

Das Landgericht Halle bestätigte, dass drei Aktionäre der Halloren Schokoladenfabrik AG gegen das Unternehmen Klage eingereicht haben. Einer der Kläger ist Katjes International, bei den zwei weiteren handelt es sich um Privatpersonen.

Der Gang vor Gericht soll Teil eines Machtkampfes sein. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet, flogen bei der jüngsten Hauptversammlung die Fetzen.

Demnach gerieten die Vertreter von Katjes International auf der Hauptversammlung mit dem Großaktionär Charlie Investors aneinander.

Die hinter Charlie Investors stehenden Familien Ehlert und Illmann halten zusammen fast 75 Prozent der Anteile an Halloren.

Dabei soll es um einen Machtkampf zwischen Aktionär Katjes International und dem Mehrheitsaktionär Charlie Investors gehen.
Dabei soll es um einen Machtkampf zwischen Aktionär Katjes International und dem Mehrheitsaktionär Charlie Investors gehen.  © DPA

Laut der "Mitteldeutsche Zeitung" scheiterte Katjes International mit dem Versuch, einen Vertreter in den Halloren-Aufsichtsrat zu entsenden. Zudem soll ein Antrag auf Schadensersatzansprüche gegen Vorstände, Aufsichtsräte und den Großaktionär Charlie Investors abgeschmettert worden sein.

Worum es aber genau bei den Klagen gegen Halloren geht, teilte das Landgericht Halle nicht mit. Da die Klagen noch nicht zugestellt seien, könne man keine weiteren Auskünfte geben, so der Vorsitzende Richter und Gerichtssprecher Wolfgang Ehm. Zu einer Anfrage von TAG24 äußerte sich Katjes International bislang nicht.

Allerdings ist es ein offenes Geheimnis, dass der Einstieg von Katjes International bei Halloren auf wenig Begeisterung stieß.

Nachdem Katjes im November 2016 seine Anteile an Halloren deutlich erhöht hatte, erklärte das Hallenser Unternehmen: "Was das Unternehmen Katjes International mit nur 7 Prozent der Anteile erreichen will, können wir uns nicht erschließen. Sind sie doch auch seit einigen Jahren Wettbewerber im Bereich Schokolade."

Katjes International selbst bekräftigt immer wieder seine friedlichen Absichten. Im August dieses Jahres hieß es in einer Erklärung: "Wir glauben an die großartige Kraft der Marke Halloren und wollen diese auch mit der neuen Mehrheit von Darren Ehlert als Partner langfristig begleiten und unterstützen."

Es gleibt abzuwarten, ob sich die Kontrahenten bald vor Gericht wiedersehen.


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