Mutter steckt Babys in Tiefkühltruhe, doch was wusste ihr Partner?

Halle (Saale) - Ein Jahr nach dem Fund von zwei toten Babys in einem Tiefkühlschrank beginnt am Dienstag (9 Uhr) in Halle der Prozess gegen den Lebensgefährten der Mutter (47).

Hinter dieser Tür lagen die Babyleichen monatelang in der Kühltruhe.
Hinter dieser Tür lagen die Babyleichen monatelang in der Kühltruhe.  © TNN

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 55-jährigen Uwe W. Störung der Totenruhe und sexuelle Nötigung vor. Der Mann soll bereits im April 2017 in der Wohnung seiner Lebensgefährtin Steffi S. in Benndorf (Landkreis Mansfeld-Südharz) eine Tüte mit einer Babyleiche im Kühlschrank der 47-Jährigen entdeckt haben (TAG24 berichtete).

Den grausigen Fund habe er nicht bei der Polizei gemeldet. Stattdessen soll er die Frau mit seinem Wissen zu sexuellen Handlungen genötigt haben.

Das Baby sei nicht bestattet worden, daher laute die Anklage auch auf Störung der Totenruhe. Der 55-Jährige hat nach Angaben eines Sprechers des Landgerichts Halle bei den Ermittlungen eingeräumt, eine Babyleiche gefunden und nichts weiter unternommen zu haben. Von dem zweiten toten Baby ist in der Anklage gegen den Mann indes bisher keine Rede.

Das Landgericht hat zwei Verhandlungstage gegen den Mann anberaumt.

Update, 12.35 Uhr: Der Vater hat nach eigenen Angaben von deren Geburt nichts gewusst. Seine damalige Lebensgefährtin habe ihm gegenüber die Schwangerschaften verheimlicht, sagte der 55-Jährige am Dienstag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Halle.

Der Montagearbeiter gab zu, bereits im April 2017 in der Wohnung der Frau in Benndorf (Landkreis Mansfeld-Südharz) ein totes Baby im Tiefkühlschrank entdeckt zu haben. Er bestritt, sie mit diesem Wissen zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben.

In dem Wohnhaus in Benndorf (Mansfeld-Südharz) fand die Polizei schließlich zwei Babyleichen.
In dem Wohnhaus in Benndorf (Mansfeld-Südharz) fand die Polizei schließlich zwei Babyleichen.  © DPA

Titelfoto: TNN

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