Pfiffe und Buh-Rufe bei Auftritt! Doch Sigmar Gabriel kontert

Außenminister Sigmar Gabriel ist bei einem SPD-Wahlkampftermin in Halle mit Pfiffen und "Hau ab"-Rufen empfangen worden. (Archivbild)
Außenminister Sigmar Gabriel ist bei einem SPD-Wahlkampftermin in Halle mit Pfiffen und "Hau ab"-Rufen empfangen worden. (Archivbild)  © DPA

Halle (Saale) - Spießrutenlauf für den Vizekanzler: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (57, SPD) ist am Freitag bei einem Wahlkampftermin in Halle (Saale) mit Pfiffen und "Hau ab!"-Rufen empfangen worden.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby (55, SPD) aus Halle filmte den Auftritt von Sigmar Gabriel auf dem halleschen Boulevard. Das Facebook-Video ist mittlerweile ein Hit: Am Samstagvormittag hatte es bereits über 850 Reaktionen hervorgerufen, war fast 225 Mal geteilt und über 1.750 Mal kommentiert worden.

Das Video zeigt den Außenminister, der von der Bühne aus zur jubelnden und klatschenden Menge spricht. Die wird allerdings vom gellenden Pfeifkonzert übertönt. Doch davon lässt sich ein Sigmar Gabriel nicht abschrecken - im Gegenteil.

Nach einer ersten Spitze gegen die lautstarken Gegendemonstranten erklärte Gabriel: "Ich finde, die Demokraten dieses Landes müssen auch stolz darauf sein, dass wir ein Land sind, in dem auch solche Leute öffentlich auftreten dürfen."

Denn in dem Land, dass diese Leute sich wünschten, dürften Leute, die sich so benähmen, ja nicht mehr öffentlich auftreten, gab der Vizekanzler zu bedenken.

Doch der SPD-Politiker ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und sprach von der Bühne aus immer wieder zu seinen Gegnern.
Doch der SPD-Politiker ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und sprach von der Bühne aus immer wieder zu seinen Gegnern.

Während er auf Slogans der Gegendemonstranten einging, ließ es sich Gabriel nicht nehmen, zwischendurch zu erklären: "Übrigens, sie glauben gar nicht, wie lange ich so eine Rede durchhalte. Wenn sie wirklich glauben, dass mich das stört, kennen sie mich schlecht." Das Ganze garnierte der 57-Jährige noch mit einem Spruch über seine Körperfülle.

Zwischenrufe von Gegnern, es gebe sexuelle Übergriffe von Ausländern, kommentierte Gabriel mit den Worten: "Ja die gibt es - übrigens auch von Deutschen."

Jede Form von sexuellen Übergriffen sei gleich schlimm und jeder Täter werde vor Gericht gestellt und notfalls eingesperrt. "So einfach ist das in Deutschland", so der Außenminister, der betonte, dass dies auch für das Anzünden von Asylheimen gelte.

Nach 45 Minuten verabschiedete sich Gabriel sowohl unter Beifall als auch Pfiffen mit den Worten: "Ich weiß, dass Halle ein viel freundlicherer Ort ist, als die da. Ich komme jedenfalls wieder."

Seine Gegner sicher auch.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0