Halle: Nach Anschlag im Kiez-Döner will Inhaber seinen Laden verschenken

Halle (Saale) - Drei Wochen nach dem schrecklichen Anschlag in Halle an der Saale sitzt der Schock bei den Mitarbeitern und dem Besitzer des Kiez-Döners immer noch tief. Der Inhaber möchte seinen Laden nun abgeben.

Izzet Cagac legt vor seinem Imbiss Blumen im Gedenken an die Todesopfer ab.
Izzet Cagac legt vor seinem Imbiss Blumen im Gedenken an die Todesopfer ab.  © Jan Woitas/dpa

Nach 40 Tagen Trauer - so schreibt es der islamische Glauben vor - soll der Kiez-Döner in Halle wieder öffnen. Das teilte der Inhaber Izzet Cagac bereits während der Veranstaltung "#Hallezusammen" mit. Allerdings will der 44-Jährige den Laden abgeben, wie er verkünden lässt.

"Ich möchte den Laden meinen beiden Angestellten schenken, die den furchtbaren Anschlag miterleben mussten", so Cagac gegenüber der BILD-Zeitung.

Zwei Brüder hatten am 9.Oktober im Kiez-Döner hinter der Theke gestanden, als der Attentäter Stephan B. vollbewaffnet eintrat und den HFC-Fan Kevin S. kaltblütig erschoss. Cagac hatte von der Tat per SMS erfahren, als er sich gerade bei seiner Familie in der Türkei aufhielt. "Meine Jungs waren gemeinsam mit den Gästen in Todesangst, sie sollen wieder in ein unbeschwertes Leben zurückfinden", wünscht sich der Inhaber.

Beide Brüder seien noch in psychiatrischer Behandlung, so Cagac weiter. Wenn sich beide nicht mehr im Stande sähen, den Laden weiter zu führen, dann möchte der 44-Jährige eine Begegnungsstätte aus dem Döner-Imbiss machen.

Für die beiden Mitarbeiter wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Am Wiedereröffnungswochende Mitte November soll das Essen auf Spendenbasis herausgegeben werden.

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