Auf diesen Tag musste ein Sex-Opfer 15 Jahre lang warten!

15 Jahre lang musste die vergewaltigte Frau mit der Gewissheit leben, dass der Täter noch frei herumlief. Dann landete die Polizei einen Zufallstreffer (Symbolbild).
15 Jahre lang musste die vergewaltigte Frau mit der Gewissheit leben, dass der Täter noch frei herumlief. Dann landete die Polizei einen Zufallstreffer (Symbolbild).  © 123RF

Halle (Saale) - Es ist ein Urteil mit reichlich Verspätung: Eine Vergewaltigung aus dem Jahr 2001 in Halle (Saale) kann endlich zu den Akten gelegt werden.

Es ist eine Geschichte, die zwischenzeitlich schon fast in Vergessenheit geriet. Der Vorfall ereignete sich vor über 16 Jahren, frühmorgens an einem Junitag.

Die Mitarbeiterin einer Gaststätte wollte gerade Feierabend machen und das Lokal abschließen. Da kommt ein 42-jähriger Mann auf sie zu, bedroht sie und zwingt sie zurück in die Gaststätte. Dort vergewaltigte er sie. Erkennen konnte die Frau den Mann im Dunkeln nicht.

Die Jahre verstrichen, ohne dass es eine Spur zum Täter gab. Die Ermittler konnten zwar Spermaspuren sicherstellen, doch ein Fahndungserfolg blieb aus. Das Opfer des 42-Jährigen musste damit fertig werden, dass die Tat ungesühnt blieb.

15 Jahre später der überraschende Durchbruch: Im Frühjahr 2016 spuckt die DNA-Datenbank einen Treffer aus. Die Spuren von einem Zigarettenstummel stimmen mit den damals sichergestellten Spermaspuren überein. Ermittlungen wegen anderer Straftaten führten also letztendlich zum mehrfach vorbestraften 42-Jährigen.

Der Fall wird daraufhin wieder aufgerollt. Ende November 2016 sprach die 10. Strafkammer des Landgerichts Halle den Angeklagten schuldig. Das Urteil: drei Jahre und sechs Monate Haft wegen Vergewaltigung. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 42-Jährige die Tat begangen hatte.

Im Juli dann der letzte Akt: Der Bundesgerichtshof wies eine eingelegte Revision des Angeklagten als unbegründet ab. Das Urteil ist damit rechtskräftig.


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