Auch bei Nacht taghell: Bahn weiht Mega-Projekt ein

Halle (Saale) - Viereinhalb Jahre wurde daran gebaut, am heutigen Freitag ist es so weit: Die neue Zugbildungsanlage der Deutschen Bahn wird in Halle in Betrieb genommen. 146 Millionen Euro ließ es sich die Bahn nach eigenen Angaben kosten, eine der modernsten Einrichtungen ihrer Art in der Saalestadt zu errichten.

Am Freitag wird die neue Zugbildungsanlage in Halle (Saale) eingeweiht. Laut Unternehmensangaben hat das Projekt knapp 150 Millionen Euro gekostet.
Am Freitag wird die neue Zugbildungsanlage in Halle (Saale) eingeweiht. Laut Unternehmensangaben hat das Projekt knapp 150 Millionen Euro gekostet.  © DPA

Allein 42 Kilometer Schienen wurden verlegt, damit hier zukünftig Züge wie große Puzzles zusammengestellt werden können: 2400 Waggons sollen Tag für Tag die Anlage passieren und je nach Zielort zu neuen Zugverbänden sortiert werden.

Auf acht Gleisen rollen die Waggons in die Anlage hinein, wo sie auf 36 Richtungsgleise verteilt werden. Die neue Zugbildungsanlage gehört nach Angaben der Deutschen Bahn zu den modernsten in Europa und wurde durch den Ausbau des vorhandenen Knotens zur zentralen derartigen Einrichtung in Ostdeutschland.

Und dennoch: Auch das uralte Prinzip der Schwerkraft macht sich die Bahn zunutze. Die Waggons rollen einen sogenannten Ablaufberg hinunter, ihre Daten werden zentral erfasst und in Sekundenschnelle ist ermittelt, an welcher Stelle sie im Bahnhofsgelände ankommen müssen.

Für ein optisches Spektakel sorgt die Anlage später im Betrieb in der Nacht. 1130 LED-Lampen an über 650 Masten sorgen dafür, dass sich die Rangierer auch in der Nacht sicher im sogenannten Gleisfeld bewegen können. Dabei müssen die Bahner bestimmte Lichtstärken garantieren, weil diese Voraussetzung für die vorgeschriebene Arbeitssicherheit sind. Dämmerungssensoren bestimmen, ab wann die Lampen eingeschaltet werden.

Interessierten macht Halle am Freitagnachmittag ein Angebot, das für Einschränkungen während der Bauphase entschädigen könnte: Sie können in der Zeit von 14 bis 18 Uhr an Rundfahrten über die neue Anlage teilnehmen. Dabei haben sie die Chance, auch Bereiche zu sehen, die sonst der Öffentlichkeit verborgen bleiben oder aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden dürfen.

Bei den Rundfahrten mit einem Triebwagen erklären Bahnmitarbeiter, was es mit der neuen Anlage auf sich hat. Mit dem Besichtigungstag will die Bahn "einmalige Einblicke" gewähren, bevor am Montag (2. Juli) die ersten Güterzüge planmäßig über den neuen Güterbahnhof rollen.


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