Eine kleine Hilfe bewirkt an diesem Ort ganz Großes

Halle (Westf.) - Es war das Jahr 2006 als Peter Schulte (71) mit seiner Frau nach Tansania reisen wollte. Vorher sammelte er auf einem Geburtstag Spenden, um den Leuten vor Ort zu helfen.

Zum vierköpfigen Team gehörte auch Fotograf Christian Mathiesen, der den Besuch im Bild festhielt.
Zum vierköpfigen Team gehörte auch Fotograf Christian Mathiesen, der den Besuch im Bild festhielt.

Aus dieser kleinen aber feinen Idee entwickelte sich ein gemeinnütziger Verein, der im Jahr 2007 gegründet wurde - "Good Hope Centre e.V.". Zu Beginn zählten nur der 71-Jährige und seine Frau zu den Mitgliedern, inzwischen sind es schon 24.

"Wir wollten etwas bewegen. Die erste Aktion war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein", erklärte der Gründer im Gespräch mit TAG24. Nach und nach wuchs die Organisation, bis sie ein eigenes kleines Camp errichten konnte.

So entstand das Happy Watoto Camp in Ngorika zwischen dem Kilimandscharo und der Stadt Arusha. Dort gibt es inzwischen ein Waisenhaus, in dem 95 Kinder im Alter zwischen sieben und 15 Jahren leben, und einen Kindergarten mit 56 Kindern zwischen zwei und sechs Jahren.

"Außerdem haben wir eine Schule, in die 268 Kinder gehen, damit unsere Unterstützung kein Privileg vor Ort ist. Das war uns wichtig", erklärte Peter Schulte. Alles sei aus privaten Spenden finanziert worden und jeder Cent, der gespendet würde, käme zu 100 Prozent in Tansania an, betonte Schulte.

"Jeder der von hier ins Camp reist, bezahlt seine Kosten selbst", so der 71-Jährige weiter, der erst vor kurzem wieder selbst in Ngorika war und das hohe Engagement seiner Unterstützer und Partner lobt.

Peter Schulte (71/mi.) ist der Gründer des "Good Hope Centre"-Vereins.
Peter Schulte (71/mi.) ist der Gründer des "Good Hope Centre"-Vereins.

Mit dabei war ein vierköpfiges Team aus der Region, unter anderem der Bielefelder Fotograf Christian Mathiesen, der mit seinen Kollegen etwa 400 Kilogramm Gepäck zusammenbrachte.

Ein Teil des Reisegepäcks waren Geschenke, die das Team aus Ostwestfalen mitgebracht hat und so den Kindern im Happy Watoto Camp eine unglaubliche Freude bereiten konnte.

Mathiesen sollte die Entwicklung des Vereins vor Ort in Foto und Video festhalten, um so weitere Aufmerksamkeit für das Projekt zu gewinnen. Dafür fertige er ein virtuelles 360 Grad-Erlebnis an. Dabei entstand ein virteuller Rundgang durchs Camp.

Schließlich habe "Good Hope" in den knappen elf Jahren Bestehen einiges bewegen können. Neben dem Bau des Camps konnten weitere Bereiche renoviert, saniert und unterstützt werden. Dafür reisen auch immer wieder Volontäre aus Europa nach Afrika.

Warum Peter Schulte so an dem Verein hängen würde, sei für ihn klar. "Für mich ist es eine Herzensangelegenheit. Zudem ist es so: Ich hab damit angefangen, also zieh' es bis zum Ende durch", erklärte der Schirmherr. Früher sei er noch etwa dreimal im Camp gewesen, inzwischen würde meist einmal reichen.

"Wir sind so gut vernetzt, dass eine Reise pro Jahr ausreicht", meinte Schulte, der seinen nächsten Besuch noch nicht geplant habe. Zunächst möchte er mit seiner Frau so in den Urlaub.

Das Camp hat schon einiges zu bieten: Weisenhaus, Kindergarten und Schule.
Das Camp hat schon einiges zu bieten: Weisenhaus, Kindergarten und Schule.
Christian Cramer (li.) zählte zum Team und überreichte die Geschenke.
Christian Cramer (li.) zählte zum Team und überreichte die Geschenke.