Terror von Halle: Boris Palmer kritisiert AfD-Frau Alice Weidel!

Tübingen/Halle - Der tödliche Terror von Halle schockt nach wie vor die Republik, da meldet sich auch Boris Palmer (47, Grüne) zu Wort - und kritisiert AfD-Politikerin Alice Weidel (40).

Von Alice Weidel (links) will Boris Palmer (rechts) eine Stellungnahme zu Antisemitismus und Rassismus, "der noch nicht zum Terror geworden ist".
Von Alice Weidel (links) will Boris Palmer (rechts) eine Stellungnahme zu Antisemitismus und Rassismus, "der noch nicht zum Terror geworden ist".  © Montage: dpa/dpa

Anlass ist ein Tweet Weidels vom Mittwochnachmittag. Dort schrieb die AfD-Frau: "Mit großer Bestürzung verfolge ich die Berichterstattung aus Halle. Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien. Ich hoffe, die Polizei fasst den oder die Täter schnell, ohne dass weitere Menschen zu Schaden kommen."

Einen Tag später reagierte dann Palmer.

In einem Posting auf Facebook fragte er mit Blick auf die Kurznachricht: "Fehlt da nicht was?"

Der 47-Jährige schrieb: "Wie jeder fühlende Mensch denken Sie jetzt an die Opfer und deren Familien. Wie jeder an Gerechtigkeit glaubende Mensch, setzen Sie auf die Polizei, übrigens auch ganz zu Recht, der Staat funktioniert."

Und weiter: "Aber es war doch keine Tat eines Verwirrten ohne jedes Motiv. Der Täter hatte die Absicht, Juden in einer Synagoge zu erschießen. Seine 'zweitbeste' Zielscheibe war ein Dönerladen, weil er wie die NSU Ausländer toten wollte, wenn die Synagoge verschlossen bleibt. Der Mann hatte also eindeutig antisemitische und rassistische Motive."

Von der prominenten AfD-Politikerin will Deutschlands bekanntester Oberbürgermeister darum wissen: "Wäre es nicht notwendig, dass Sie zu dieser Tatsache eine politische Bewertung abgeben? Wie stehen Sie dazu, dass Rassismus und Antisemitismus in Deutschland wieder zu Morden an Unschuldigen Menschen führen? Was hat es zu bedeuten, dass ich per Google nur Schweigen der AfD zu dieser Frage vorfinde?"

Wird die Bluttat instrumentalisiert?

Die Aufnahme zeigt den Todesschützen von Halle bei der Tat.
Die Aufnahme zeigt den Todesschützen von Halle bei der Tat.  © ATV-Studio/AP/dpa

Palmer hoffte auf eine Rückantwort von Weidel. Diese bekam er jedoch nicht. Dafür teilte sie auf Twitter am Donnerstag einen Tweet der AfD-Bundestagsfraktion.

Darin heißt es knapp: "Die AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Alexander Gauland verurteilen den antisemitischen Terroranschlag in Halle und weisen Versuche zurück, das Verbrechen zu instrumentalisieren."

Versuche, die Tat zu instrumentalisieren, sieht die Fraktion laut Homepage etwa bei Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), Karl Lauterbach (SPD) und anderen, "die der AfD eine 'Mitschuld' an dem Terrorakt von Halle unterstellen wollen".

Weidel selbst wird dort mit den Worten zitiert: "Der Terroranschlag ist ein Angriff auf die Grundfesten unseres demokratischen Gemeinwesens. Die AfD-Bundestagsfraktion verurteilt diese verbrecherische Tat und steht ohne Wenn und Aber an der Seite unserer jüdischen Mitbürger. Rechtsstaat und Polizei müssen gestärkt werden, um rechtsextremen, linksextremen und islamistischen Antisemitismus und politische Gewalt zu bekämpfen."

Boris Palmer war das offenbar zu wenig. In einem weiteren Beitrag auf Facebook fragte er deshalb: "Fehlt da nicht immer noch was?"

Es gebe, so Palmer, wohl keinen denkenden Menschen, der nicht dafür sei, Terror und extremistische Gewalt hart zu bestrafen. Das stehe ja schon im Gesetz: "Was mir immer noch fehlt ist eine Stellungnahme zu Antisemitismus und Rassismus, der noch nicht zu Terror geworden ist."

An Weidel gewandt fragt er: "Halten Sie den für gefährlich und könnte die AfD einen Beitrag leisten, diese Gefahr zu bannen?" Ob die 40-Jährige ihm darauf antworten wird, bleibt abzuwarten.

Titelfoto: Montage: dpa/dpa

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