Razzia am Hambacher Forst: Urin-Spritzer und Festnahmen

Hambach/Nrw – Nach mehreren Zwischenfällen am Hambacher Forst hat die Polizei am Freitagmorgen das sogenannte Wiesencamp der Braunkohle-Gegner durchsucht.

Die Polizei hat am Freitagmorgen (28. Dezember das Wiesencamp am Hambacher Forst durchsucht (Archivbild).
Die Polizei hat am Freitagmorgen (28. Dezember das Wiesencamp am Hambacher Forst durchsucht (Archivbild).

Auch eine Werkstatt in Düren sei Ziel der Razzia, teilte die Polizei mit. Gesucht werde nach Molotowcocktails oder Bolzenschneidern sowie nach Mitteln, mit denen Brandsätze zusammengebaut werden könnten, sagte eine Sprecherin der Polizei in Aachen.

"Es ist nicht geplant, das Wiesencamp oder die Baumhäuser im Wald zu räumen", sagte sie weiter. Auch würden keine Teile des Waldes gerodet. Die Polizei beruft sich auf einen Durchsuchungsbeschluss des Aachener Amtsgerichts.

Zuvor hatten Angriffe auf einen Gerätestützpunkt des Energiekonzerns RWE und ein gefundener Brandsatz an einer Pumpstation für Aufsehen gesorgt.

Nach Polizeiangaben hatten mehrere vermummte Unbekannte an Heiligabend und im Verlauf der Nacht zum 1. Weihnachtstag das Sicherheitscamp von RWE im Hambacher Forst mit Molotowcocktails und Steinen beworfen. Dabei gerieten zwei Fahrzeuge in Brand, zwei weitere Autos wurden durch Steinwürfe beschädigt (TAG24 berichtete).

Einen Tag später verhinderte die Polizei nach eigenen Angaben einen Brandanschlag auf eine Pumpstation. Es wird wegen versuchter vorsätzlicher Brandstiftung ermittelt.

Update, 13.36 Uhr: Festnahmen bei Durchsuchung

Nach Angaben der Polizei wurden Beamte während der Durchsuchung aus einer Hütte heraus mit Urin bespritzt. Drei Personen hätten sich anschließend einer Maßnahme entziehen wollen und wurden festgenommen. Pfefferspray kam zum Einsatz.

Jahrelanger Streit im Hambacher Forst

Teilnehmer einer Demonstration am 16. September gegen die Rodung des Waldes gehen am Hambacher Forst über ein Feld.
Teilnehmer einer Demonstration am 16. September gegen die Rodung des Waldes gehen am Hambacher Forst über ein Feld.  © DPA

Seit Jahren stehen sich Gegner und Befürworter der Braunkohle im Hambacher Forst unversöhnlich gegenüber.

Nach der Beseitigung der Baumhäuser wollte der Energiekonzern RWE im Oktober eigentlich einen Großteil des Waldes für den Braunkohletagebau Hambach abholzen.

Das Oberverwaltungsgericht Münster verfügte aber einen vorläufigen Rodungsstopp. Seitdem ist der Wald nicht mehr Betriebsgelände, sondern öffentlich zugänglich und unterliegt dem Forstgesetz.

Titelfoto: DPA

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