Großeinsatz im Hambacher Forst: Polizei und RWE müssen einbetoniertes Auto bergen

Aachen / Hambach - Die Polizei hat im Hambacher Forst ein einbetoniertes Autowrack gefunden und von einem Rettungsweg geborgen.

RWE-Mitarbeiter und die Polizei bei der Bergung des Autos im Hambacher Forst.
RWE-Mitarbeiter und die Polizei bei der Bergung des Autos im Hambacher Forst.  © DPA

Wie die Polizei Aachen am Freitag mitteilte, handelte es sich um ein schrottreifes Auto. Das als Barrikade aufgestellte Auto war in den Boden einbetoniert.

Die Polizei barg das einbetonierte Auto und verfüllte das Loch wieder.

In der Nähe des Autos fanden Beamte einen verdächtigen Gegenstand. Er wurde von Spezialisten für unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen untersucht.

Angesichts geplanter Rodungsarbeiten von RWE für einen Braunkohle-Tagebau hatte der Umweltverband BUND am Donnerstag mit einem Ausstieg aus der Kohlekommission gedroht.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hatte die ab Oktober geplanten Rodungsarbeiten in einem Schreiben an die Vorsitzenden der Kohlekommission "zwingend erforderlich" genannt.

Ansonsten drohe letztlich die Stromerzeugung in Kraftwerken infrage gestellt zu werden.

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hat die vom Energiekonzern RWE geplanten Rodungsarbeiten im Braunkohlegebiet Hambacher Forst verteidigt.

"Der Braunkohletagebau muss sich entwickeln, damit die Kohlekraftwerke arbeiten können, von denen die Strom-, aber auch die Wärmeversorgung in diesem Land zentral abhängig sind", sagte der FDP-Politiker am Donnerstag dem WDR.

Die Grünen im NRW-Landtag halten die umstrittenen Rodungen im Tagebau Hambach für nicht notwendig. Die Braunkohle-Förderung könnte mehr als ein Jahr weitergeführt werden, ohne dass ein Baum gefällt werden müsse.

RWE plant, ab Oktober mehr als die Hälfte des Restbestands der Bäume im Hambacher Wald abzuholzen.

Update, 15.54 Uhr: Massives Polizeiaufgebot im Hambacher Wald

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an.
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an.  © DPA

Die Polizei schützte die Arbeiter unter Einsatz von mehreren Hundertschaften und einem Hubschrauber.

Das Auto war nach Polizeiangaben von Unbekannten als Barrikade auf einem Rettungsweg in den Boden eingelassen und einbetoniert worden.

Das massive Aufgebot begründete eine Polizeisprecherin mit einem kürzlichen Angriff auf Beamte am Hambacher Wald.

Polizisten seien von Vermummten mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Molotowcocktails attackiert worden. "Aufgrund der Tatsache, dass wir mit Pyrotechnik beschossen wurden, müssen wir damit rechnen, dass wir angegriffen werden könnten", sagte die Sprecherin.

Vor den geplanten Rodungen im Oktober mobilisiere die Szene Leute auf "allen Kanälen" hieß es. Die Klientel im Wald verändere sich. Es kämen gewaltbereite Leute, sagte die Sprecherin.

RWE will im Herbst im Hambacher Wald am dortigen Tagebau roden. Die Polizei bereitet sich mit einem Großeinsatz darauf vor.

Update 17.48 Uhr: Sprengvorrichtung in Hambacher Forst gefunden

Bei dem Einsatz mit massiven Kräften im Hambacher Wald hat die Polizei am Freitag eine Sprengvorrichtung gefunden. Sie befand sich nach Angaben eines Polizeisprechers in der Nähe von Baumhäusern, in denen Umweltaktivisten den Wald besetzt halten.

Die Vorrichtung sollte entschärft werden. Aufforderungen der Polizei per Lautsprecher, den Gefahrenbereich zu verlassen, kamen die Menschen in den Baumhäusern zunächst nicht nach.

Titelfoto: DPA


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