Studie: Hambacher Forst trocknet wegen Braunkohle-Tagebau stärker aus

Hambacher Forst/NRW - Der Hambacher Forst leidet einer Studie im Auftrag von Greenpeace zufolge schwer unter den Folgen von Hitze und Trockenheit.

Der Reste des Hambacher Forsts trocknet wegen des Braunkohle-Tagebaus stärker aus, so die Studie.
Der Reste des Hambacher Forsts trocknet wegen des Braunkohle-Tagebaus stärker aus, so die Studie.  © Henning Kaiser/dpa

Der benachbarte Braunkohle-Tagebau Hambach verschlechtere die Situation des umkämpften Waldes "eklatant", schreiben Experten von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Die Analyse liegt TAG24 vor. "An den Waldrändern zeigt sich das vermehrte Absterben von Bäumen, die besonderem Hitze- und Trockenstress ausgesetzt sind", heißt es darin. Es gebe vor allem an dem Waldrand, der dem Tagebau zugewandt ist, erhebliche Windschäden.

Der Hambacher Forst hatte sich vor allem im vergangenen Jahr zum Symbol der Proteste für einen raschen Ausstieg aus dem Kohlestrom und der deutschen Klimaschutz-Bewegung entwickelt. Kritiker sind dagegen, dass RWE auf der Fläche des Waldgebiets Braunkohle abbaggern darf.

Die Tagebaue und vor allem der Tagebau Hambach seien im Sommer "die Hitzepole der Region", heißt es in der Studie weiter.

Hambacher Forst nur durch Eingriffe zu retten

Zwei Männer am Rande des Braunkohle-Tagebaus.
Zwei Männer am Rande des Braunkohle-Tagebaus.  © DPA

Wenn der Hambacher Forst erhalten werden solle, müsse dringend etwas für die Kühlung der umgebenden Landschaft getan werden.

"Hierzu gehören der sofortige Stopp des weiteren Abbaggerns des Tagebaus Hambach, die Rekultivierung und Wiederbewaldung von (ehemaligen) Straßen und auch des Kiestagebaus sowie an den Wald angrenzender Agrarflächen", schreiben die drei Autoren.

Konkret empfehlen sie eine 500 Meter breite "thermische Pufferzone", in der die Oberflächentemperatur durch Aufforstung um mehrere Grad gesenkt werden solle, möglichst mit einheimischen, schnell wachsenden Baumarten.

In der Wachstumszeit sollten Hitze und Trockenheit abgefedert werden, indem die Bäume bewässert werden.

Zudem empfehlen die Autoren, den Forst über Hecken und mindestens 100 Meter breite Gehölzkorridore mit den anderen Waldflächen der Region zu verbinden.

Update, 19.00 Uhr: RWE reagiert auf Studie

RWE betonte, beim Heranrücken des Tagebaus an den Wald halte man sich an die Vorgaben der zuständige Bergbehörde. Diese verlange einen Abstand von 50 Metern zwischen der Oberkante des Abbaus und dem Waldrand.

So sei sichergestellt, dass weder der Wurzelbereich noch die Baumkronen Schaden nehmen könnten. Eine Forderung nach einem größeren Puffer zum Schutz des Waldes sei nicht nachvollziehbar.

Die Studie beschreibe "einige allgemeine Phänomene korrekt". Sie belege aus RWE-Sicht aber nicht, dass es einem kausalen Zusammenhang von Temperaturunterschieden und Waldschäden gebe.

Der Hambacher Forst leide "wie wohl alle Wälder in Deutschland" unter der Trockenheit. Von Krankheiten seien vor allem nicht-heimische Baumarten wie Fichte und Ahorn betroffen.

RWE setze deshalb bei der Bewirtschaftung von Waldflächen im Braunkohlegebiet auf Bäume aus der Region wie Stieleiche, Hainbuche oder Winterlinde.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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