Vorsätzliche Tötung? Eltern ließen unterernährtes Kind sterben

Hamburg - Wie geht es weiter? Am Mittwoch (9 Uhr) wird vor dem Hamburger Amtsgericht der Prozess um den Tod des unterernährten Babys Mohamed gegen die Eltern fortgesetzt.

Die Eltern verstecken ihre Gesichter im Gerichtssaal hinter Ordnern.
Die Eltern verstecken ihre Gesichter im Gerichtssaal hinter Ordnern.  © DPA

Noch ist völlig offen, was passiert. Bisher ist das Paar angeklagt, den Sohn fahrlässig durch Unterlassen getötet zu haben.

Doch die Staatsanwältin prüft, ob den Eltern auch der Vorwurf einer vorsätzlichen Tötung, also Totschlag, gemacht werden kann. Sollte die Anklagevertreterin am Mittwoch zu dieser Entscheidung kommen, müsste der Fall ans Landgericht verwiesen werden.

Die 32 und 34 Jahre alten Angeklagten sollen das Baby nach dessen Geburt Ende August 2017 bis zu seinem Tod im November 2017 keinem Kinderarzt vorgestellt haben, obwohl es chronisch mangelernährt und stark untergewichtig war.

Im Alter von zweieinhalb Monaten wog der Säugling laut Anklage nur noch 2823 Gramm - weniger als bei seiner Geburt. Der Junge erkrankte an einer Dickdarmentzündung und litt unter Durchfall und Bauchschmerzen. Schließlich starb das Kind an Kreislaufversagen.

Die Mutter, eine Deutsche, hatte noch sechs weitere Kinder. Sie gab an, ihren Sohn regelmäßig gestillt zu haben. Sie und ihr Partner, ein Marokkaner, wollen nicht bemerkt haben, wie schlecht es ihrem Jungen ging - obwohl er laut Anklage abgemagert war und ganz faltige Haut hatte. Der Vater ist nicht vorbestraft, die Mutter wegen Diebstahls.

Der Prozess findet vor dem Hamburger Amtsgericht statt.
Der Prozess findet vor dem Hamburger Amtsgericht statt.  © DPA

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