Dramatisch! Nach den Bienen sind nun auch diese Tiere bedroht

Außer der Nutzung von Pestiziden ist auch der Verlust von Weideland und der erhöhte Einsatz von Acker-Maschinen verantwortlich.
Außer der Nutzung von Pestiziden ist auch der Verlust von Weideland und der erhöhte Einsatz von Acker-Maschinen verantwortlich.  © Roland Scheidemann/dpa

Hamburg/Berlin - Die Zahl der Schmetterlinge und Feldvögel geht an vielen Orten Deutschlands stark zurück. Experten haben dazu dramatische Daten vorgelegt: Seit Anfang der 80er Jahre sei die Häufigkeit nachtaktiver Schmetterlinge um die Hälfte und die Anzahl der Arten um mehr als die Hälfte gesunken, sagte der Biologe Josef Reichholf am Montag in Hamburg.

In der industriellen Landwirtschaft wird ein Hauptgrund für den Rückgang der Kiebitze, Rebhühner und weiterer Vogelarten gesehen. Die Zahlen gingen vor allem in den landwirtschaftlichen Gebieten zurück, weniger dramatisch sieht es in den Wäldern aus.

Auf Feldern und Wiesen findet Reichholf nur noch selten Bläulinge, Große Ochsenaugen, Totenkopfschwärmer oder Mittlere Weinschwärmer. Der Kleine Feuerfalter oder der Schachbrettfalter seien bereits verschwunden.

Dabei haben die Schmetterlinge eine wichtige Funktion bei der Bestäubung bestimmter Pflanzen und sind eine bedeutende Nahrungsquelle für Vögel.

Ursache für das Verschwinden sind nach Reichholfs Ansicht vor allem der starke Maisanbau in Monokultur und die Überdüngung der Felder. Konkurrenzschwache Pflanzenarten, auf die die Schmetterlinge angewiesen seien, hätten keine Chance mehr. Der Lebensraum für die Falter schwinde, auch durch das häufige Mähen von Wiesen.

Mit den Schmetterlingen schwinden auch Vögel. Der zunehmende Einsatz von Pestiziden und Dünger entzieht typischen Feldarten wie Kiebitz und Rebhuhn die Nahrungsgrundlage. Gleichzeitig verringerten sich die Brutmöglichkeiten, weil Wiesen, Moore und Feuchtgebiete entwässert und zu Äckern umfunktioniert würden. Inzwischen stehen 80 Prozent aller Feldvogelarten auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands. Ihr Bestand gilt damit als gefährdet. Ähnliches gilt für die betroffenen Schmetterlinge.

Neben der Intensivierung der Landwirtschaft sind aber auch der Siedlungs- und Straßenbau und in manchen europäischen Ländern auch die nach wie vor erlaubte Jagd auf Kiebitze Gründe für den Rückgang des Bestandes.

Bundesweite Zahlen zum Rückgang von Schmetterlingen und Feldvögeln gibt es allerdings nicht. Die Daten beziehen sich auf die Region im bayerischen Inntal. Thomas Schmitt vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut (SDEI): "Wir gehen davon aus, dass bundesweit überall tendenziell dasselbe passiert, allerdings mit regionalen Unterschieden". In Auftrag gegeben wurde die Studie von den Grünen.

Titelfoto: Roland Scheidemann/dpa


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